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Apfel (Malus demestica)

  • Bestäubung
  • Forschung
  • Beschreibung
  • Quellen
  • Bestäubung (1) (2) (3)

    Apfel kann nur mit Hilfe der Fremdbestäubung gute Früchte ausbilden.
    Hauptsächlich Honigbienen sind geeignet, Apfelblüten zu bestäuben. Hummeln sind besser geeignet, wenn sie in genügender Stückzahl in die Plantage gebracht werden können.
    Mit Honigbienen als zusätzliche Bestäuber werden durchschnittlich 2,5-mal so viele Früchte ausgebildet wie vergleichsweise nur durch Bestäubung von natürlich vorkommenden Insekten im Umfeld der Plantage.
    Wegen dem häufig kalten Wetter wird mit einem Flugradius von bis zu maximal 275m gerechnet.

    Aus Erfahrung wird empfohlen, ca. 3 bis 5 Völker pro Hektar aufzustellen.

    Vergleich der Apfelblüte mit anderen Kulturpflanzen, bezogen auf den empfohlenen Einsatz von Bienenvölkern pro ha:

    Vorteile für Obstbauern

    Vorteile für den Imker

    Nachfolgend werden die Honig- und Pollenqualität des Apfelbaums im Vergleich zu anderen Kulturpflanzen auf einer Skala von 0-4 dargestellt:

    Honigbienen werden traditionell verwendet, um Äpfel zu bestäuben und bleiben die erste Wahl als Bestäuber. Die Empfehlung von 3-5 Völker pro Hektar ist abhängig vom Alter des Obstgartens und der Größe der Bäume. Die Bienenstocköffnungen sollten nach Süden ausgerichtet sein, um die Erwärmung am Morgen zu erleichtern und die Bienenaktivität zu fördern.

    Honigbienen fliegen erst ab ca. 15 Grad Celsius so intensiv aus, dass sie für die Bestäubung wirksam werden. Es soll nicht zu windig und zu feucht sein.

    Es sollte jedoch beachtet werden, dass kalte Temperaturen auch den physiologischen Prozess des Pollenstengelwachstums und der Befruchtung beeinträchtigen können, was zu Problemen mit der Fruchtmenge und der Saatgutproduktion führt. Mehr Bienenvölker und / oder die Verwendung von geeigneten Pollenspendern können die Bestäubung beschleunigen und den Einfluss von schlechtem Wetter reduzieren.

    Insektenarten wie Hummeln oder die blaue Obstgartenbiene haben gezeigt, dass sie Äpfel bei schlechtem Wetter erfolgreich bestäuben können, und ihre Verwendung sollte zumindest als Notlösung für schlechte Bienenbedingungen von Züchtern betrachtet werden. Allerdings macht deren Einsatz nur dann Sinn, wenn sie in großer Menge an die Plantage gebracht werden können (Hummelzüchter).

    Züchter sollten die Anzahl konkurrierender Blüten reduzieren. Hierzu zählen Pflanzen, die zwischen den Apfelbäumen wachsen. Diese Pflanzen sollten nicht mit Herbiziden beseitigt werden, weil sie initial viele Insekten anziehen, die für die Bestäubung wichtig sind. Die Herbizid Anwendung in der Apfelblüte ist eine Gefahr für die Bestäuber, auch wenn zugewanderte Honigbienen bereits aus der Plantage entfernt wurden. Dann bleiben noch die Bienenvölker von Imkern in der Nachbarschaft und alle Wildbienenarten, die gefährdet werden.

    In jungen Plantagen sollten mehr Völker pro Hektar aufgestellt werden, weil die Bäume weniger Blüten haben und nicht so attraktiv für Bienen sind wie ältere Bäume mit sehr viel mehr Blüten.

    Eine frühzeitige Befruchtung ist wünschenswert, weil dadurch mehr Zeit für die Reifung der Äpfel bleibt. Die Völker sollten angewandert werden, wenn ca. 5% der Blüten geöffnet sind oder die Königsblüten anfangen, zu blühen. Damit soll verhindert werden, dass die Bienen andere Trachten in größerer Entfernung suchen und sich darauf einfliegen.

    Forschungse​rgebnisse (4) (5) (1) (2)

    Alle Apfelsorten sind auf einen fremden Pollenspender angewiesen, um einen ausreichenden Fruchtansatz zu erzielen. Eine gewisse Selbstfruchtbarkeit wurde zwar bei den Sorten Summerred, Arlet, Jonagold, Kidds Orange, Maigold und Elstar beobachtet, aber diese genügt nicht, um einen Vollertrag zu erreichen. Alle triploiden Sorten sind als Pollenspender ungeeignet.

    Die größten, symmetrischsten und wertvollsten Äpfel entstehen, wenn eine vollständige Bestäubung eintritt. Mindestens 6 bis 7 Samenanlagen müssen bestäubt sein, ansonsten wird die Frucht unregelmäßig, zu klein oder fällt vor der Reife ab. Falls die Äpfel dennoch zur Reife kommen, werden sie wegen Calciummangel nicht lange lagerfähig sein.

    Apfelbäume entwickeln oft sehr viel mehr Blüten, als anschließend zu Äpfeln ausgebildet werden können. Züchter reduzieren die Anzahl der Blüten oft mechanisch. Jedoch sind trotzdem der Fruchtansatz und die Größe der Äpfel abhängig von der Fremdbestäubung und nicht von der Anzahl der Blütenstände.

    Für Apfelbauern ist es vorteilhaft, jeden dritten oder vierten Baum mit einer anderen Sorte zu pflanzen. Diese dienen dann als Bestäuber für die Hauptsorte. Die „Bestäuber“-Sorte sollte nicht weiter als 20m von den Hauptsorten entfernt stehen und die gleiche Blühzeit haben wie die Hauptsorte. Im Zweifelsfall können früher und später blühende Bestäuber gepflanzt werden, so dass die Hauptsorte in der Zwischenzeit blüht und unbedingt Bestäubung erfährt. In einigen Plantagen werden einige Äste von „Bestäuber“-Sorten auf die Hauptsorten auf veredelt. Diese müssen dann allerdings in ausreichender Menge vorhanden sein.

    Die ideale „Bestäuber“-Sorte hat Blüten mit ähnlicher Farbe, so dass die Insekten keine Vorliebe entwickeln für eine Sorte und alle Blüten gleichmäßig anfliegen und somit die Hauptsorte gleichmäßig bestäuben. Da Bienen blütenstet sind, suchen sie nach gleich aussehenden Blüten. Züchter müssen vor der Anlage ihrer Plantage prüfen, dass die „Bestäuber“-Sorten für ihre Hauptsorten geeignet sind.

    Bienen fliegen eher entlang der Baumreihen als dass sie zwischen den Reihen wechseln.

    Züchter sollten die Anzahl konkurrierender Blüten reduzieren. Hierzu zählen Pflanzen, die zwischen den Apfelbäumen wachsen. Diese Pflanzen sollte nicht mit Herbiziden beseitigt werden, weil sie initial viele Insekten anziehen, die für die Bestäubung wichtig sind. Herbizidanwendung in der Apfelblüte ist eine Gefahr für die Bestäuber, auch wenn zugewanderte Honigbienen bereits aus der Plantage entfernt wurden. Dann bleiben noch die Bienenvölker von Imkern in der Nachbarschaft, die gefährdet werden.

    Trotzdem Honigbienen die präferierte Insektenart für die Bestäubung der Apfelplantagen sind, können doch verschiedene Arten von Solitär Bienen sehr gute Unterstützung leisten. Sie sind teilweise effektiver als Honigbienen und lassen sich nicht so leicht von konkurrierenden Trachten ablenken, da sie zum Teil sehr auf Apfelblüten spezialisiert sind.

    Beschreibung (6) (7)

    Die Apfelblüten haben fünf Griffel, die mit einem Fruchtblatt mit einem Paar Samenanlagen und zahlreichen Staubgefäßen verbunden sind. Jede Samenanlage hat zwei Kammern, die befruchtet werden können, so dass bei maximaler Bestäubung 10 Samenkörner ausgebildet werden. Die Sorte Northern Spy hat 4 Kammern pro Samenanlage und kann demzufolge maximal 20 Samenkörner ausbilden. Jede Blüte hat eine erste Knospe (genannt die Königsblüte), die zuerst aufblüht und die beste Frucht erzeugt.

    Bei der Bestäubung gelangt der Pollen auf die Narbe des Fruchtblattes. Bei der Befruchtung verschmilzt der Pollen, nachdem er durch den Griffel hindurch gewachsen ist, mit der Eizelle. Aus der befruchteten Eizelle entsteht später der Samen. Der Griffel mit den Stempeln verwelkt und fällt ab. Der aus 5 Kammern bestehende Fruchtknoten bleibt erhalten. Die fünf Teile des Fruchtknotens verwachsen zu einem pergamentartigen Kerngehäuse mit 5 Fächern, in denen jeweils 2 Samen heranreifen.

    Quellen

    1. Woodcock, T. S.: Pollination in the Agricultural Landscape; Best Management Practices for Crop Pollination, 2012, http://www.pollinator.ca/bestpractices/images/Pollination%20in%20Agricultural%20Landscape_Woodcock_Final.pdf (03.04.2017).
    2. Delaplane, K. S./ Mayer, D. F.: Crop Pollination by Bees, 2000.
    3. Radtke, J.: Bienen als natürlichen Ertragsfaktor nutzen, LIB, 2013.
    4. Klein, A.: Abhängigkeit von Bestäubung, Proceedings of the Royal Society London, 2007.
    5. Klein, A.: Kategorisierung der Bestäubung + Quellen, Proceedings of the Royal Society LondonB_2007-supplements2, 2007.
    6. Pritsch, G.: Bienenweide, 2007.
    7. Bundessortenamt: Bundessortenliste, https://www.bundessortenamt.de/internet30/index.php?id=47 (03.04.2017).