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Aprikose (Marille) (Prunus armeniaca L.)

  • Bestäubung
  • Forschung
  • Beschreibung
  • Quellen
  • Bestäubung (1) (2) (3)

    Fremdbestäubung ist eine Voraussetzung für eine gute Aprikosenernte.
    Durch zusätzliche Bienenvölker kann der Fruchtansatz verdoppelt werden und die Früchte werden größer.
    Wichtig ist eine Aufstellung der Bienenvölker direkt am Anfang der Blütezeit.

    Aus Erfahrung und auf Basis der Literaturempfehlungen wird geraten, ca. 3 - 4 Völker pro Hektar aufzustellen.

    Vergleich der Aprikosen mit anderen Kulturpflanzen, bezogen auf den empfohlenen Einsatz von Bienenvölkern pro ha:

    Vorteile für Obstbauern

    Vorteile für den Imker

    Nachfolgend werden die Honig- und Pollenqualität der Aprikose im Vergleich zu anderen Kulturpflanzen auf einer Skala von 0-4 dargestellt:

    Forschungse​rgebnisse (4) (5) (1) (2) (6)

    Die Blüte eines Baumes beginnt an den Kurztrieben, geht auf die mittleren Bereiche von Langtrieben über und setzt sich bis zu deren Spitzen fort. Der unterschiedliche Blühzeitpunkt an Lang- und Kurztrieben kann bei Spätfrost eine nicht unbedeutende Rolle spielen.

    Eine Erhöhung der Pollenmenge auf der Narbe steigert die Wachstumsrate des Pollenschlauchs und infolgedessen die Fruchtbildung.

    Die Aprikose ist in der Regel selbstfruchtbar. Die ausreichende Befruchtung entsteht durch Wind und Insekten. Allerdings führt die Selbstbefruchtung nicht zu wirtschaftlichen Erträgen., Dafür ist eine zusätzliche Fremdbestäubung durch Bienen erforderlich. Hierfür soll eine kompatible Sorte in die Plantage integriert werden. Vereinzelt gibt es auch Sorten, die nicht selbstbefruchtend sind.

    Aprikosen blühen nicht so lange wie Äpfel. Demnach ist die Zeit, in der Ein Einsatz von Honigbienen für eine Fremdbestäubung geeignet ist, kürzer als bei der Apfelblüte. Ohne zusätzliche Insektenbestäubung ist die Befruchtung der Aprikose nicht gesichert – nur eine geringe Menge wird durch die Windbestäubung befruchtet.

    In Experimenten in Neuseeland wurde ermittelt, dass die Fruchtmenge durch Fremdbestäubung auf die doppelte Menge anwachsen kann. Dort zeigte sich, dass die Anzahl der Früchte und die Größe der Früchte zunahm, wenn die Temperatur höher ist. Eine Temperatur von mindestens 18 Grad Celsius während der Blühdauer ist vorteilhaft.

    Honigbienen sind die einzigen signifikanten Insekten, welche in die Aprikose anfliegen. Pollensammler bearbeiten die Aprikosenblüten schneller als Nektarsammler (5,3 gegenüber 2,7 Blüten/Minute).

    Beschreibung (7) (6)

    Die Aprikose (Marille) umfasst als Hauptart Prunus armeniaca L. sowie 7 weitere Arten, die sämtliche in Mittelasien und Nordchina beheimatet sind.

    Insgesamt werden gegenwärtig ca. 1,4 Millionen Tonnen Aprikosen geerntet, wobei die Hälfte davon in Europa und die andere Hälfte in Asien angebaut werden.

    Die Aprikose ist eine sehr empfindliche Pflanze und braucht leichten und gut belüfteten Boden, ähnlich zum Wein. Sie braucht viel Sonne und ist frostempfindlich, weil die ersten Blüten schon Anfang April erscheinen.

    Die Früchte sind recht stabil, können transportiert werden und eignen sich für Kühllagerung.

    Ein Blütensstock enthält oft mehrere Blütenknospen und diese meist nur eine Blüte, Blütenknospen sitzen hauptsächlich seitlich an einjährigem Holz. je jünger das Holz, desto mehr Blütenknospen werden ausgebildet.

    Die Entscheidung der Pflanze, aus Trieben Blüten oder Blätter zu erzeugen, hängt stark vom Vorhandensein von Glukose in den Trieben während der Wachstumsphase im Frühjahres bis hin zum Frühsommer.

    Im Stempel sind zwei Eier enthalten, eines stirbt meist ab. Die effektive Befruchtungsdauer beträgt nur wenige Tage. Bei kühler Witterung sinkt der Prozentsatz an befruchteten Blüten.

    Die Aprikosenblüten sind sehr gute Nektar- und Pollenspender und dadurch attraktiv für Insekten.

    Quellen

    1. Woodcock, T. S.: Pollination in the Agricultural Landscape; Best Management Practices for Crop Pollination, 2012, http://www.pollinator.ca/bestpractices/images/Pollination%20in%20Agricultural%20Landscape_Woodcock_Final.pdf (03.04.2017).
    2. Delaplane, K. S./ Mayer, D. F.: Crop Pollination by Bees, 2000.
    3. Radtke, J.: Bienen als natürlichen Ertragsfaktor nutzen, LIB, 2013.
    4. Klein, A.: Abhängigkeit von Bestäubung, Proceedings of the Royal Society London, 2007.
    5. Klein, A.: Kategorisierung der Bestäubung + Quellen, Proceedings of the Royal Society LondonB_2007-supplements2, 2007.
    6. S. Mandl, Sukopp: Bestäubungshandbuch, 2011.
    7. Pritsch, G.: Bienenweide, 2007.