Woll- und Harzbienen (Anthidium)

  • Allgemein
  • Große Harzbiene (Anthidium byssinum)
  • Kleine Harzbiene (Anthidium strigatum)
  • Garten-Wollbiene (Anthidium manicatum)
  • Spalten-Wollbiene (Anthidium oblongatum)
  • Die Woll- und Harzbienen sind weltweit vertreten und kommen in einigen Gegenden mit bis zu 100 Arten vor, wohingegen in Deutschland nur ca. 11 Arten gefunden werden. Von diesen tragen nur 4 Arten zur Bestäubung der Nutzpflanzen beitragen können (siehe unten). Die Anthidium sind gut erkennbar durch die deutlichen gelben Zeichnungen des ansonsten kahlen Hinterleibes, was den Woll- und Harzbienen ein wespenähnliches Aussehen verleiht. Bei den meisten Arten dieser Wildbienen ist das Männchen größer als das Weibchen. Die Woll- und Harzbienen nisten in selbstgegrabenen Höhlungen in der Erde, häufig auch in großen Kolonien. Der deutsche Name kommt daher, dass die Weibchen ihre Brutnester mit Blattstücken von Bäumen auskleiden und mit Harz von Kiefern oder Fichten überziehen. Darin wird dann ein Pollen- Nektargemisch abgelegt und ein Ei darauf gelegt, welches sich in dieser Bruthöhle entwickelt. Wegen dem zwingenden Bedarf nach Harz nisten die Woll- und Harzbienen immer in Waldnähe oder in der Nähe von harzenden Bäumen. Dafür fliegen sie auch bis zu 200 m von ihrem Nest entfernt.

    Hinweise für eine Ansiedelung:

    • Einrichtung von ertragsstarken Blühstreifen in Waldnähe.
    • Anbau von Hecken für die dauerhafte Ansiedlung von Wildbienen. Diese Hecken sollte jedes Jahr einen Krautsaum haben. Zusätzlich können Startersets mit Mauerbienen dauerhaft in die Hecken eingebracht werden. Die Wildbienen werden sich in den Hecken vermehren, brauchen dazu aber auch Zeit. Diese Maßnahme hilft sowohl im Pflanzenbau als auch im Obstbau.
    • Für die Wollbienen Anlage von mehrjährigen Blühstreifen mit speziellen „wolligen“ Pflanzenarten
    • Verzicht auf das Ausbringen von Insektiziden, ggf. nur nachts. Honigbienen werden ggf. abtransportiert, Wildbienen bleiben immer vor Ort.

    Große Harzbiene (Anthidium byssinum)

    Die Große Harzbiene (Anthidium byssinum) ist mit 11 - 12 mm deutlich kleiner als die Honigbiene. Die Große Harzbiene hat keine wespenähnlichen gelben Zeichnungen auf dem Hinterleib. Dafür hat das Männchen ein gelb gezeichnetes Gesicht und das Weibchen ist am Oberkörper fuchsrot behaart. Sie ist Deutschland weit verbreitet und kommt mäßig häufig vor. Die Anthidium byssinum bevorzugt helle, sonnige Standorte wie Waldränder, Lichtungen, Wiesen, Heiden und Brachen. Sie gräbt eine Höhle in den Boden und legt dort ihr Nest an. Sie siedelt oft in Kolonien mit bis zu 50 Nestern. Das Nest wird mit Blättern von Bäumen und Sträuchern ausgekleidet und mit Kiefern- oder Fichtenharz überzogen.

    Die Große Harzbiene fliegt und bestäubt von Anfang Juni bis Mitte August die nachfolgenden landwirtschaftlichen Nutzpflanzen:

    Kleine Harzbiene (Anthidium strigatum)

    Die Kleine Harzbiene (Anthidium strigatum) ist mit 6 - 7 mm eine sehr kleine Wildbiene. Sie Die Große Harzbiene hat keine wespenähnlichen gelben Zeichnungen auf dem Hinterleib. Dafür hat das Männchen ein gelb gezeichnetes Gesicht und das Weibchen ist am Oberkörper fuchsrot behaart. Sie ist Deutschland weit verbreitet und kommt mäßig häufig vor. Die Anthidium byssinum bevorzugt helle, sonnige Standorte wie Waldränder, Waldlichtungen, alte Steinbrüche, sonnige Hänge, Böschungen, Kiesgruben, Wiesen, Heiden und Brachen sowie Gärten und Parks. Die Kleine Harzbiene gräbt keine Höhlung in die Erde, sondern baut ihre Nester aus Harz frei an Felsen, Baumstämmen, Pflanzenstängeln und größeren Steinen. Das Nest wird als Gruppe von bis zu 8 kleiner tropfenförmiger Brutzellen gebaut, die in einem dünnen Schlauch enden. Sie bauen diese Zellen aus Harz und tarnen sie mit kleinen Rindenstücken.

    Die Kleine Harzbiene fliegt von Mitte Juni bis Mitte August und bestäubt vorzugsweise Schmetterlingsblütler und speziell

    Darüber hinaus bestäubt sie auch:

    Garten-Wollbiene (Anthidium manicatum)

    Die Garten-Wollbiene (Anthidium manicatum) ist mit 14 - 18 mm deutlich größer als die Honigbiene und sieht auf den ersten Blick wie eine große Wespe oder kleine Hornisse aus. Sie hat eine sehr markante leuchtend gelbe Zeichnung auf dem Hinterleib und einen mit dichtem Pelz besetzten Oberkörper. Die Bienen sind im unteren Bereich rostrot. Auch im Gesicht ist sie gelb gezeichnet. Die Garten-Wollbiene, oder auch Große Wollbiene genannt, kommt in ganz Deutschland häufig vor und besiedelt sehr gern Gärten, Parks, Trockenhänge, Böschungen und Waldränder. Sie trägt diesen Namen, weil sie zum Nestbau wollige Pflanzenhaare benötigt (von Pflanzen mit wolligen Stängeln und Blättern). Das Weibchen schabt diese „Wolle“ von den Pflanzenstengeln oder Blättern ab und fertigt daraus die Brutzellen. Sie legt bis zu 16 Brutzellen an, die nach dem Bau mit verschiedenen Materialien getarnt werden (Erdbrocken, Steinchen, Holzstücke oder trockene Pflanzenteile). Die Garten-Wollbiene kann leicht in Gärten angesiedelt werden, wenn die wolligen Pflanzen, die sie für ihren Nestbau benötigt, in ausreichender Menge angebaut sind. Dazu können Wildblumen aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) wie Ziest, Taubnessel, Salbei angepflanzt werden oder auch Hülsenfrüchtler wie Hornklee oder Wicken. Die Nester werden in vorgefundenen Erdhöhlen, Felsspalten, in Mauerwerkslöchern oder auch in verlassenen Nestern anderer Wildbienen angelegt. Die Männchen verteidigen die Nahrungspflanzen der Weibchen sehr intensiv gegen andere Insekten und auch andere Wollbienen.

    Die Anthidium manicatum fliegt und bestäubt von Anfang Juni bis September die nachfolgenden landwirtschaftlichen Nutzpflanzen:

    Spalten-Wollbiene (Anthidium oblongatum)

    Die Spalten-Wollbiene (Anthidium oblongatum) ist mit 9 - 13 mm deutlich größer wie eine Honigbiene oder besser gesagt, so groß wie eine Wespe, denn mit dieser kann die Spalten-Wollbiene auf den ersten Blick leicht verwechselt werden. Sie hat olivgrüne Augen und kommt eher im Süden Deutschlands vor und dort auch nur mäßig häufig. Die Anthidium oblongatum bevorzugt sonnig Standorte wie Brachen, trockene Wiesen, Straßenränder, Böschungen und Bahndämme sowie Felshänge. Auch sie trägt diesen Namen, weil sie zum Nestbau wollige Pflanzenhaare benötigt (von Pflanzen mit wolligen Stängeln und Blättern). Das Weibchen schabt diese „Wolle“ von den Blättern der Sand-Strohblume, der Kugeldistel, der Golddistel, der Königskerze und dem Ziest und fertigt daraus die Brutzellen. Sie legt bis zu 8 Brutzellen an. Die Spalten-Wollbiene kann nicht so leicht in Gärten angesiedelt werden, denn sie sucht dafür warme Bereiche, in denen sie spezielle Nistplätze , spezielle Pollenquellen und ausreichend Pflanzenarten für die Gewinnung der Nester finden kann. Auch bei dieser Art verteidigen die Männchen die Nahrungspflanzen der Weibchen sehr intensiv gegen andere Insekten und auch andere Wollbienen.

    Die Anthidium oblongatum fliegt und bestäubt von Mitte Juni bis Mitte August die nachfolgenden landwirtschaftlichen Nutzpflanzen: