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Birne (Pyrus L.)

  • Bestäubung
  • Forschung
  • Beschreibung
  • Quellen
  • Bestäubung (1) (2) (3)

    Fremdbestäubung ist eine Voraussetzung für eine gute Birnenernte. Bei Bienenbestäubung wird mit einer Ertragssteigerung zwischen 30 und 100% gerechnet.
    Durch Fremdbestäubung wird die Qualität der Birne stark verbessert – ohne ausreichende Bestäubung entwickeln sich kleine und „krumme“ Früchte.

    Aus Erfahrung und auf Basis der Literaturempfehlungen wird geraten, ca. 3 - 5 Völker pro Hektar aufzustellen.
    Der Literaturdurchschnitt liegt bei 3,7 Völkern pro ha.

    Vergleich der Birne mit anderen Kulturpflanzen, bezogen auf den empfohlenen Einsatz von Bienenvölkern pro ha:

    Vorteile für Obstbauern

    Vorteile für den Imker

    Nachfolgend werden die Honig- und Pollenqualität der Birne im Vergleich zu anderen Kulturpflanzen auf einer Skala von 0-4 dargestellt:

    Forschungse​rgebnisse (4) (5) (1) (2) (6)

    Es existieren sowohl selbstbefruchtende als auch selbststerile Birnensorten. Manche sind auch nur teilweise selbstbefruchtend und profitieren massiv von Fremdbestäubung. Einige Sorten variieren in ihrer Fähigkeit zur Selbstbefruchtung abhängig von regionalen Gegebenheiten und der Anbauart. Da jedoch die Mehrheit von ihnen zu den sterilen Sorten gehört, ist das Setzten von Fremdbestäuberkulturen von größter Wichtigkeit. Die Fruchtbildung kann durch ein Zwischensetzen von Bestäubersorten und durch Verwendung eines ausreichenden Bienenbestands gesteigert werden.

    Die Sorten „Kieffer“ und „Angoulenne“ bildeten keine Früchte ohne Bestäuberkulturen. Bei den Sorten „Anjou“, „Clairgeau“, „Howell“ und „Kieffer“ wird dringend empfohlen, sie zusammen mit „Bartlett“ zwecks Fremdbestäubung zu pflanzen.

    Feldversuche zeigten, dass bei „Bartlett“ nicht das Gebiet ausschlaggebend für eine Fruchtbildung ist, sondern die Bedingungen, unter welchen sie wachsen. Bei Käfigung von Bäumen der Sorte „Bartlett“ über mehrere Saisonen war ein rapider Rückgang der Fruchtbildung zu beobachten, gleichgültig ob sie mit oder ohne Bienen gekäfigt waren. Im ersten Jahr kam es zu keinem offensichtlichen Unterschied. Im zweiten Jahr nahm die Produktion in den Käfigen, welche ausschließlich Bienen beinhalteten, um 58% ab. Im folgenden Jahr war die Produktion um 92% reduziert.

    Es wurde festgestellt, dass eine Vielzahl an Insekten die Birne anfliegen; unter ihnen Hymenoptera, Diptera, Coleoptera und weitere. Allerdings gibt es einen Konsens dahingehend, dass die Honigbiene der wichtigste Bestäuber ist. Es wurde ermittelt, dass Fremdbestäubung durch Honigbienen den Ertrag verdreifachte, verglichen mit dem Gewicht der Früchte von selbst- oder nicht bestäubten Pflanzen. Um die Blüten attraktiver für den Bienenbeflug zu machen, kann man die Blüten (Bäume) mit einer dünnen Zuckerlösung (30%) besprühen. Dann werden sie von den Bienen deutlich intensiver angeflogen. Es sollte auch auf konkurrierende Trachten in unmittelbarer Umgebung der Birnenplantage geachtet werden. Auch hier gilt: kein Einsatz von Pestiziden, um Blühkulturen zu beseitigen, da das das Nahrungsangebot für Wildbienen völlig zerstört dun anch der Birnenblüte brauchen die Wildbienen Folgetrachten zum Überleben. Abmähen außerhalb der Flugzeiten ist hier empfehlenswert. Die Völker sollen so verteilt werden, dass alle Bäume innerhalb eines Flugradius von ca. 250m stehen.

    Obwohl Schmeißfliegen 23% der befliegenden Insekten ausmachten, war ihre Leistung als Bestäuber nur von geringem Wert, und Honigbienen waren praktisch die einzigen effektiven Verteiler des Birnenpollens.

    Folgende Ertragssteigerungen durch Bienenbestäubung im Verhältnis zu gekäfigten Blüten wurden gemessen:
    Bei der Sorte „Packhams“ +14%
    Bei der Sorte Packhams Triumpf +50%
    Bei der Sorte „Winter Nelis“ 600%

    Die Bienenstöcke sollten in der Plantage platziert werden, wenn 25 % der Blüten geöffnet sind. Des Weiteren sollten die Bienenstöcke in zwei Intervallen mit etwa fünf Tagen Abstand eingebracht werden unter Verwendung von circa 5 Stöcken pro Hektar.

    Andere Autoren empfehlen:
    Batjer 1967 und Luce und Morris: 1,5 Völker pro ha
    Corner 1964: 5 Völker pro ha
    Goodmann 1994: 3 starke Völker pro ha
    Humphry-Baker (1975): 5 Völker pro ha
    McGregor (1976): 1,2 – 5 Völker pro ha
    Levin (1986): 2,5 – 5 Völker prfo ha
    Mayer et al. (1986): 5 Völker pro ha
    Kevan (1988): 1 – 5 Völker pro ha
    British Columbia Ministry of Agriculture, Fisheries, and Food (1994): 5 Völker pro ha
    Williams (1994): 1 – 5 Völker pro ha
    Scott-Dupree et al. (1995): 2,5 – 5 Völker pro ha

    Durchschnitt der Werte in der Literatur: 3,7 Völker pro ha.

    Beschreibung (7) (6)

    Die Birne benötigt ein etwas wärmeres Klima als der Apfel und ist daher in nördlichen Gebieten schwerer zu halten. In Mittel- und Südeuropa ist es möglich, in Skandinavien eher nicht mehr. Um die Sorten klimaunabhängiger zu machen, werden ostasiatische Sorten eingekreuzt. Die ursprüngliche Heimat war Kleinasien. In Nordamerika gibt es keine natürlichen Bestände.

    Die Arten der Gattung Pyrus haben alle 34 Chromosomen, einige Kultursorten haben aber den dreifachen, vierfachen oder fünffachen Chromosomensatz. Im Allgemeinen sind die Erbanlagen der Birne besser ausbalanciert als die des Apfels, auch die Variabilität der Eigenschaften ist geringer. (Maurizio, 1994)

    Die Blüte der Birne hat fünf weiße Kronblätter und tritt in Büscheln entlang der Äste auf. Sie hat fünf Griffel, wobei die Narben sich vor den Staubblättern entwickeln. Die Griffel stehen beim Öffnen der Blüte aufrecht, die Staubblätter neigen sich, sodass die Antheren sich unterhalb der aufnahmebereiten Narben befinden. Danach entfalten sich die Staubblätter zu ihrer vollen Länge und geben Pollen ab.

    Die Samenanlage besteht aus fünf Kammern mit jeweils zwei weiblichen Samenzellen. Bei unzureichender Bestäubung können sich nicht alle zehn Samen ausbilden und es kommt zu einer einseitig ausgebildeten Frucht. Daraus resultiert eine erhebliche Preisminderung in der Tafelobstproduktion. Deshalb ist eine perfekte Bestäubung in der Tafelobstproduktion wesentlich.

    Die Blühzeit dauert ca. eine Woche an.

    Die Birne produziert zwar guten Pollen in mittelmäßiger Menge, aber nur wenig Nektar mit geringem Zuckergehalt. Deshalb werden Birnenblüten nicht gern von Honigbienen beflogen. Die Bienen nutzen daher überwiegend den Pollen der Birne, für den Nektargewinn sind andere Pflanzen attraktiver.

    Quellen

    1. Woodcock, T. S.: Pollination in the Agricultural Landscape; Best Management Practices for Crop Pollination, 2012, http://www.pollinator.ca/bestpractices/images/Pollination%20in%20Agricultural%20Landscape_Woodcock_Final.pdf (03.04.2017).
    2. Delaplane, K. S./ Mayer, D. F.: Crop Pollination by Bees, 2000.
    3. Radtke, J.: Bienen als natürlichen Ertragsfaktor nutzen, LIB, 2013.
    4. Klein, A.: Abhängigkeit von Bestäubung, Proceedings of the Royal Society London, 2007.
    5. Klein, A.: Kategorisierung der Bestäubung + Quellen, Proceedings of the Royal Society LondonB_2007-supplements2, 2007.
    6. S. Mandl, Sukopp: Bestäubungshandbuch, 2011.
    7. Pritsch, G.: Bienenweide, 2007.