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Hummeln (Bombus)

  • Ein kleines Völkchen
  • Flugkünste der Hummeln
  • Haltung der Hummel
  • Bedeutung als Bestäuber Insekt
  • Ein kleines Völkchen

    Hummeln sind eine zu den echten Bienen gehörende Gattung staatenbildender Insekten. Sie haben einen Wehstachel, den sie allerdings nur sehr selten einsetzen.

    Ein Hummelvolk besitzt etwa 80 Tiere. Davon sind 15 - 20 % Pollensammlerinnen, d.h. zu Beginn des Einsatzes fliegen etwa 12 - 16 Tiere im Bestand und führen eine Bestäubung durch. Sie sammeln Pollen und Nektar um ihre Brut zu ernähren.

    Daneben gehören zum Volk auch die Königin sowie Männchen, die wie auch bei den Honigbienen Drohnen genannt werden und Jungköniginnen. Ein Volk überlebt in Europa nur einen Sommer und ist gewöhnlich im September abgestorben.

    Sie produzieren keine signifikanten Mengen an Honig und Nektar wird nur vorübergehend gespeichert, weil kein großer Wintervorrat erforderlich ist. Nur die verpaarte Königin überwintert. Im Frühling taucht die gepaarte Königin auf, sucht eine passende Niststätte und pflegt die erste Brut der Arbeiterinnen selbst. Die Königin bleibt dann im Nest und konzentriert sich auf das Stiften (Ablegen der Eier).

    Arbeiterinnen übernehmen ab der zweiten Generation die Fütterung, die Pflege und den Zellenbau. Wenn die Kolonie eine ausreichende Größe erreicht hat, wird in einer folgenden Generation fortpflanzungsfähige Königinnen und Drohnen aufgezogen und es kommt zu einer Paarung. Ab diesem Moment beginnt sich die Kolonie zu teilen und die neuen Königinnen gründen eigene Nester. Die ursprüngliche erste Königin stirbt im Herbst und nur die jungen, neu gepaarten Königinnen schlafen über den Winter. Im Frühjahr beginnt der Prozess erneut.

    Flugkünste der Hummeln

    Hummeln sind in der Natur bei deutlich geringeren Temperaturen unterwegs als Bienen. Hummelköniginnen fliegen im zeitigen Frühjahr bereits ab 2 °C und Hummelarbeiterinnen sind ab 6 °C beobachtbar, da sie die zum Fliegen notwendige Körpertemperatur durch Vibration der Brustmuskulatur erzeugen. Honigbienen fliegen erst ab einer Außentemperatur von mindestens 8 °C aus.

    Hummeln fliegen täglich in bis zu 18 Stunden und bestäuben etwa 3.000 - 4.000 Blüten pro Tag, so dass eine Tagesleistung von ca. 20.000 bis 22.000 befruchteten Blüten pro Volk auch unter ungünstigen Bedingungen erwartet werden kann. Hummeln beißen sich an der Blüte fest, vibrieren kräftig mit der Brustmuskulatur und rütteln dadurch die Staubblätter. Das ergibt den typischen Brummton der Hummeln bei der Bestäubung. Das kann die Honigbiene nicht. Mit der Unterseite des Körpers wird der herausgeschüttelte Pollen aufgefangen, mit Speichel vermengt und als Pollenkörnchen, wie man es von Bienen her kennt, in den Beintaschen in das Volk zur Brut transportiert und später an die Brut verfüttert.

    Die Eigenschaft, auch in feuchten Sommern die Blütenbestäubung zu sichern, und die geringe Temperaturempfindlichkeit im Vergleich zu Bienen macht sie besonders in regnerischeren Sommern mit niedrigen Durchschnittstemperaturen zu wichtigen Helfern vieler Pflanzenarten, darunter etliche Obst- und Gemüsearten.

    Haltung der Hummel

    Hummeln können von Hummel-Imkern gehalten und vermehr werden. Die Hummeln werden vorrangig in Gewächshäusern eingesetzt, in denen sie eine sehr gute Bestäubungsleistung vollbringen können, da sie die Bestäubung bei niedrigeren Temperaturen beginnen, die Anzahl der kleinen Kolonien für ein Gewächshaus ausreichend sein kann und die Hummeln nicht durch artfremde Kulturen abgelenkt werden.

    Es werden auch Hummeln für landwirtschaftliche Nutzflächen eingesetzt. Allerdings müssen dann entsprechend der Feldgröße mehrere Kolonien eingesetzt werden.

    Nektar wird in Tönnchen nahe dem Nesteingang gelagert, bei der Lagerung von Pollen gibt es zwei verschiedene Verhaltensweisen. Die Pollenstorer („Pollenaufbewahrer“) lagern ihn, wie auch den Nektar, in ausgedienten Brutzellen, um die herum schließlich weitere Brutzellen angelegt werden. Diese Gefäße werden parallel zur Nestentwicklung verlängert. Längen von fünf Zentimetern und darüber sind möglich. Die Pocketmaker („Taschenhersteller“) legen eigens um mehrere Brutzellen herum Taschen für den Pollen an.

    Bedeutung als Bestäuber Insekt

    Hummeln gehören neben Honigbienen und Fliegen zu den wichtigsten Bestäuber Insekten.

    Es gibt spezielle Pflanzen, die sehr auf Hummelbestäubung angewiesen sind: Blaubeere und Tomate. Hummeln bestäuben auch viele Obstarten.

    In der Landwirtschaft sind sie wichtige Bestäuber bei den Hülsenfrüchten wie Ackerbohnen, Erbsen und Wicken. Beim Rotklee leisten die Hummeln ebenso wertvolle Bestäubungsarbeit. Der Vorteil der Hummeln liegt bei den Arten mit langem Rüssel, denn nur mit ihm kommen sie an den Nektar dieser Blüten.

    Ihre Temperaturunempfindlichkeit ermöglicht es Hummeln, weitaus länger als andere Bienen auf Nahrungssuche zu sein. Im Gegensatz zu Bienen fliegen sie auch bei schlechtem Wetter Blüten an, um das Überleben ihres Volkes zu sichern, da ihre Nahrungsvorräte kleiner sind als die der Bienen und ernähren sich von Pollen und Nektar. Die Arbeiterinnen decken ihren extrem hohen Energiebedarf über Nektar. Die Hummel mit ihrem dichten Pelz und die vor allem am Bauch dicht behaarte Mauerbiene kann den Pollen weitaus besser transportieren als Honigbienen. Diese schafft zwar eine Flugweite von acht Kilometern am Tag, während die Erdhummel nur einen Kilometer weit und die Mauerbiene gerade mal einige hundert Meter fliegt.

    Je mehr Blüten angeflogen werden, desto mehr werden bestäubt: Die Honigbiene kommt auf 200 Blüten am Tag. Eine Hummel fliegt täglich zwischen 500 bis 1.000 Blüten an. Mit dem Nektar von 500 Blüten deckt sie ihren Eigenbedarf von einem zehntel Gramm Nektar, ein Sechstel ihres Eigengewichtes.

    Nektar wird in Tönnchen nahe dem Nesteingang gelagert, bei der Lagerung von Pollen gibt es zwei verschiedene Verhaltensweisen. Die Pollenstorer („Pollenaufbewahrer“) lagern ihn, wie auch den Nektar, in ausgedienten Brutzellen, um die herum schließlich weitere Brutzellen angelegt werden. Diese Gefäße werden parallel zur Nestentwicklung verlängert. Längen von fünf Zentimetern und darüber sind möglich. Die Pocketmaker („Taschenhersteller“) legen eigens um mehrere Brutzellen herum Taschen für den Pollen an.

    36 Hummelarten gibt es in Deutschland. Die häufigsten, die auch im Garten vorkommen, sind die Steinhummel, die Gartenhummel, die Erdhummel, die Baumhummel, die Ackerhummel und die Wiesenhummel. Das Farbkleid der frisch geschlüpften Hummeln ist zunächst gräulich weiß. Erst einige Zeit später wechselt dieses Jugendkleid in ein farbenprächtiges Schmuckkleid. Dunkelgelb, hellgelb, ockerbraun, rotorange, orange, grau gelb, hellgrau, schwarz, weiß, gestreift und mehr oder weniger uni – alles ist vorhanden. Hierzulande fliegen die ersten Hummeln ab etwa Mitte März aus. Sie finden dann meist schon Weidenkätzchen. Spätestens im Oktober enden dann die Flugzeiten. Hummeln ernähren sich von Pollen und Nektar und haben einen ziemlich langen Arbeitstag; bis zu 18 Stunden.