Hummeln (Bombus)

  • Ein kleines Völkchen
  • Flugkünste der Hummeln
  • Haltung der Hummel
  • Bedeutung als Bestäuber Insekt
  • Nestbauende Hummeln
  • Schmarotzende Hummeln (Kuckuckshummeln)
  • Ein kleines Völkchen

    Hummeln sind eine zu den echten Bienen gehörende Gattung staatenbildender Insekten. Sie haben einen Wehrstachel, den sie allerdings nur sehr selten einsetzen.

    Ein Hummelvolk besitzt etwa 80 Tiere. Davon sind 15 - 20 % Pollensammlerinnen, d.h. zu Beginn des Einsatzes fliegen etwa 12 - 16 Tiere im Bestand und führen eine Bestäubung durch. Sie sammeln Pollen und Nektar, um ihre Brut zu ernähren.

    Zum Hummelvolk gehören neben der alten Königin, die überwintert und das Nest gegründet hat, die frisch nachgezogenen Arbeiterinnen, Drohnen bzw. Hummelmännchen und neue Hummelköniginnen, die erst im Sommer begattet werden, dann überwintern und im Folgejahr ihre eigenen Völker aufbauen. Die Königinnen bauen im Frühjahr ihr eigenes Nest, legen die ersten Eier ab und pflegen diese selbst. Erst wenn Nachkommen geschlüpft sind, können diese die Fütterung, die Pflege und den Zellenbau übernehmen. Wenn die Kolonie eine ausreichende Größe erreicht hat, werden in einer folgenden Generation fortpflanzungsfähige Königinnen und Drohnen aufgezogen und es kommt zu einer Paarung. Ab diesem Moment beginnt sich die Kolonie langsam aufzulösen und die neuen Königinnen gründen im Folgejahr ihre eigenen Nester. Diese Pollensammelaktionen sorgen bei den Obstbauern und Landwirten für eine gute Bestäubung. Es überwintert kein Hummelvolk, sondern nur die begatteten Hummelköniginnen, die den Winter in Verstecken überdauern. Ein Hummelvolk sammelt Nektar und Pollen nur für die direkte Aufzucht der Nachkommen und legt keinen Wintervorrat an.

    Flugkünste der Hummeln

    Hummeln sind in der Natur bei deutlich geringeren Temperaturen unterwegs als Bienen. Hummelköniginnen fliegen im zeitigen Frühjahr bereits ab 2 °C und Hummelarbeiterinnen sind ab 6 °C beobachtbar, da sie die zum Fliegen notwendige Körpertemperatur durch Vibration der Brustmuskulatur erzeugen. Honigbienen fliegen erst ab einer Außentemperatur von mindestens 8 °C aus.

    Hummeln fliegen täglich in bis zu 18 Stunden und bestäuben etwa 3.000 - 4.000 Blüten pro Tag, so dass eine Tagesleistung von ca. 20.000 bis 22.000 befruchteten Blüten pro Volk auch unter ungünstigen Bedingungen erwartet werden kann. Hummeln beißen sich an der Blüte fest, vibrieren kräftig mit der Brustmuskulatur und rütteln dadurch die Staubblätter. Das ergibt den typischen Brummton der Hummeln bei der Bestäubung. Das kann die Honigbiene nicht. Mit der Unterseite des Körpers wird der herausgeschüttelte Pollen aufgefangen, mit Speichel vermengt und als Pollenkörnchen, wie man es von Bienen her kennt, in den Beintaschen in das Volk zur Brut transportiert und später an die Brut verfüttert.

    Die Eigenschaft, auch in feuchten Sommern die Blütenbestäubung zu sichern und die Fähigkeit, auch bei niederen Temperaturen zu fliegen, als die Honigbienen, macht sie besonders in regnerischeren Sommern mit niedrigen Durchschnittstemperaturen zu wichtigen Helfern vieler Pflanzenarten, darunter etlichen Obst- und Gemüsearten.

    Haltung der Hummel

    Hummeln können von künstlich über Hummel-Hotels gehalten und vermehr werden. Die Hummeln werden vorrangig in Gewächshäusern eingesetzt, in denen sie eine sehr gute Bestäubungsleistung vollbringen können, da sie die Bestäubung bei niedrigeren Temperaturen beginnen, die Anzahl der kleinen Kolonien für ein Gewächshaus ausreichend sein kann und die Hummeln nicht durch artfremde Kulturen abgelenkt werden.

    Es werden auch Hummeln für landwirtschaftliche Nutzflächen eingesetzt. Allerdings müssen dann entsprechend der Feldgröße mehrere Kolonien eingesetzt werden.

    Bedeutung als Bestäuber Insekt

    Hummeln gehören neben Honigbienen und Fliegen zu den wichtigsten Bestäuber Insekten.

    Es gibt spezielle Pflanzen, die sehr auf Hummelbestäubung angewiesen sind: Blaubeere und Tomate. Hummeln bestäuben auch viele Obstarten. In der Landwirtschaft sind sie wichtige Bestäuber bei den Hülsenfrüchten wie Ackerbohnen, Erbsen und Wicken. Beim Rotklee leisten die Hummeln ebenso wertvolle Bestäubungsarbeit. Ihre Temperaturunempfindlichkeit ermöglicht es Hummeln, weitaus länger als andere Bienen auf Nahrungssuche zu sein. Im Gegensatz zu Bienen fliegen sie auch bei schlechtem Wetter Blüten an, um das Überleben ihres Volkes zu sichern, da ihre Nahrungsvorräte kleiner sind als die der Bienen und ernähren sich von Pollen und Nektar. Die Arbeiterinnen decken ihren extrem hohen Energiebedarf über Nektar. Die Hummel mit ihrem dichten Pelz und die vor allem am Bauch dicht behaarte Mauerbiene kann den Pollen weitaus besser transportieren als Honigbienen. Diese schafft allerdings eine Flugweite von acht Kilometern am Tag, während die Erdhummel nur einen Kilometer weit und die Mauerbiene gerade mal einige hundert Meter fliegt. Je mehr Blüten angeflogen werden, desto mehr werden bestäubt: Die Honigbiene kommt auf 200 Blüten am Tag. Eine Hummel fliegt täglich zwischen 500 bis 1.000 Blüten an. Mit dem Nektar von 500 Blüten deckt sie ihren Eigenbedarf von einem zehntel Gramm Nektar, ein Sechstel ihres Eigengewichtes.

    Es gibt weltweit ca. 250 Hummelarten, davon leben ca. 32 nestbauende Arten und 9 schmarotzende Arten bekannt. Schmarotzend bedeutet, dass die Schmarotzer- oder auch Kuckuckshummel genannt, keine Nachkommen selbst aufzieht sondern die Eier in die Nester anderer Hummeln ablegt. Das erspart der Kuckuckshummel den Nestbau und die Versorgung der Larven. Alle Hummeln in Deutschland ernähren sich von einer Vielzahl von Blüten und es liegt die Vermutung nahe, dass auch alle landwirtschaftlichen Nutzpflanzen mehr oder weniger dabei sind. Deshalb könnte an dieser Stelle jede Hummelart vorgestellt werden, aber faktisch sind viele Arten nur oder nur noch sehr selten oder teilweise gar nicht mehr nachweisbar. Da auf dieser Webseite nur die Insekten aufgelistet werden, die einen echten Nutzen für den Obstbau, die Gärtner und die Landwirte haben, werden hier auch nur die Hummelarten aufgelistet, die (noch) so häufig vorkommen, dass sie auch durch die verfügbare Anzahl der Individuen einen echten Nutzen erbringen. Die nestbauenden Arten erbringen einen hohen Nutzen für die Kulturpflanzen durch das intensive Sammeln von Pollen für den Nachwuchs und die damit verbundene Bestäubung. Die Kuckuckshummel haben zwar keine Pollensammeleinrichtung (Pollenkörbchen) an den Hinterbeinen, aber dadurch, dass sie für die Eigenversorgung ebenfalls in den Pflanzen nach Nektar und Pollen suchen, erfüllen auch sie Bestäubungsaufgaben.

    Durch ihre Größe können Hummeln einige Nutzpflanzen bestäuben, die von den Honigbienen nur ungern angeflogen werden, weil die Bestäubungseinrichtung der Pflanzen die Bienen stressen durch Schnapp- oder Schnellvorrichtungen, die den Pollen auf die Insekten schleudern oder schlagen, oder auch durch die hohe Spannkraft der Eingangsklappen an den Blüten. Die Blüten sind unglaublich variable und vielseitig gestaltet und einige sind für die Bienen zu anstrengend oder zu straff oder zu tief. Hummeln schaffen es in vielen Fällen besser, an den Nektar und den Pollen zu kommen. Darüber hinaus können Hummeln ihre Körpertemperatur regeln und dadurch auch bei geringeren Temperaturen als die Honigbiene ausfliegen und bestäuben. Diese Fähigkeit ermöglichst es den Hummeln auch, in großen Höhenlagen zu überleben und noch effektiv zu bestäuben. Es gibt allerdings auch ein Risiko bei den Hummeln: wenn eine Hummel nicht über den Blüteneingang an Nektar kommt, weil dieser versperrt oder zu straff gespannt ist und einen leichten Zugang verhindert, beißen die Hummeln teilweise die Blüten unten an und gelangen so an den Nektar. In diesem Fall wird die Blüte zerstört und es findet keine Befruchtung statt, weil die Hummel die Polleneinrichtung umgeht. Das kann bei gärtnerischen und landwirtschaftliche Trachten zu echten Ausfällen führen, wenn eine große Anzahl von Hummeln anwesend sind. Hummeln können auch in Nesthilfen eingesiedelt und gehalten werden. Diese können dann auch nach Bedarf in Obstplantagen oder an landwirtschaftliche Trachten angewandert werden. In künstlichen Hummelnestern können ca. 100 Individuen leben, die eine beachtliche Bestäubungsleistung vollbringen können. Hummeln haben auch die Fähigkeit, festsitzenden Pollen aus der Pflanze zu schütteln, herauszuvibrieren. Das wird auch im englischen Sprachraum als buzzuing bezeichnet. Einige Pflanzen geben ihren Pollen nur durch derartiges Vibrieren her und locken somit eher Hummeln für die Bestäubung an als Honigbienen. Hier haben dann die Hummeln eindeutig einen Vorteil. Für den Obstbau, die Gärtnerei und auch den Landbau ist der kombinierte Einsatz von Hummeln und Honigbienen sehr vorteilhaft und empfehlenswert. Dadurch werden die Vorteile der Hummeln und die der Honigbienen zum Zweck der Erhöhung der Bestäubungserfolge kombiniert.

    Vorteile der Hummeln:

    • Sie leben immer noch in der freien Natur und sind immer an den Trachten zu finden – Honigbienen müssen immer speziell angewandert werden und sind dann auch nur im Umkreis des Wanderstandortes zu finden.
    • Wildbienen sind häufig im zeitigen Frühjahr verfügbar – Honigbienen wollen im zeitigen Frühjahr erst ihr Volk aufbauen und fliegen für intensive Bestäubungen erst dann aus, wenn eine bestimmte Volksstärke erreicht ist.
    • Fliegen schon bei geringeren Temperaturen: unter 8 Grad Celsius. Honigbienen fliegen zwar einzeln auch schon ab 8 Grad Celsius aus, leisten aber erst ab ca. 15Grad Celsius eine effektive Bestäubung mit ausreichender Anzahl von Individuen.
    • Hummeln fliegen auch in größeren Höhen, also im Gebirge bis über 6.000 Höhenmeter. In großen Höhen fliegen Honigbienen nicht so zahlreich, weil die erforderliche Temperatur von ca. 15 Grad Celsius nicht sehr lange erreicht wird.
    • Hummeln können Blüten vibrieren und so auch Trachten bestäuben, die Honigbienen nicht erreichen.
    • Hummeln sind kräftiger und können Bestäubungseinrichtungen überwinden, die für Honigbienen zu anstrengend sind.
    • Wildbienen können durch ihre Vielfalt auch Trachten bestäuben, für die die Honigbiene nicht geeignet ist (Gemüsesorten, Wicke, Klee, …)
    • Durch die geringere Volksstärke können Hummeln auch vorteilhaft in Gewächshäusern eingesetzt werden – dort würden große Volksstärke eher stören.

    Vorteile von Honigbienen (im Vergleich zu Hummeln):

    • Honigbienen treten in großen Mengen auf, wenn ein Volk an einer Tracht steht.
    • Honigbienen können bei Pflanzenschutzmassnahmen geschützt werden (Fluglöcher verschließen oder abwandern) – Hummeln können nicht kurzfristig umgesiedelt oder geschützt werden, es sei denn, sie werden in Nesthilfen gehalten.

    Sowohl Hummeln als auch Honigbienen können in die Trachten gewandert werden und der Obstbauer oder Landwirt erreicht damit auch die Innenbereiche von großflächigen Feldern, zu denen keine wildlebenden Insekten vom Feldrand aus hin fliegen würden.

    Durch die unterschiedliche Lebensweise der Hummeln (unterschiedliche Beschaffenheit der Behausungen und Brutnester) müssen unterschiedliche Maßnahmen ergriffen werden, wenn Hummeln auf natürlichem Wege an Wirtschaftsflächen (Obst- oder Feldfrüchte) angesiedelt werden sollen. Es sind in der Regel Hummelhotels, die zur Bestäubung an die Trachten transportiert werden können.

    Nachfolgend werden die Humnmelarten aufgelistet, die auf Grund ihrer Verbreitung und ihres Vorkommens eine Nutzen für die Obstbauern, Gärtner und Landwirte erbringen. Die Beschreibungen können nicht für eine Artbestimmung genutzt werden. Dafür gibt es Bestimmungshilfen, die dann herangezogen werden müssten. Eine genauere Beschreibung der Hummeln kann in den aufgelisteten Quellen gefunden werden: (Quelle Paul Westrich „Die Wildbienen Deutschlands“ und Eberhard von Hagen „Hummeln: bestimmen, ansiedeln, vermehren, schützen“.

    Hummeln fliegen recht wahllos auf alle sich darbietenden Blüten. Deshalb kann in den meisten Fällen nicht gesagt werden, dass bestimmte Hummeln nur bestimmte Trachten anfliegen, sondern alle Hummeln fliegen alle Blüten an, haben allerdings bestimmte Vorlieben.

    Es folgt eine kurze Beschreibung der einzelnen Hummeln. In einem ersten Teil werden 8 nestbauende Hummeln vorgestellt, die einen messbaren Nutzen für die Gärtnerei, den Obstbau und die Landwirtschaft haben, in einem zweiten Teil werden 3 schmarotzende Hummelarten vorgestellt, die keine eigenen Nester bauen und die Aufzucht ihrer Brut von anderen, nestbauenden Hummeln erledigen lassen. Allerdings haben die schmarotzenden Hummeln, auch Kuckuckshummeln genannt, auch einen Nutzen für die Kulturlandschaft, weil sie ebenfalls bei der Nahrungssuche für sich selbst Bestäubungsleistungen durchführen. Deshalb werden sie hier ebenfalls aufgeführt. Sie haben allerdings keine Pollensammelapparat an den Hinterbeinen, weil sie keinen Pollen für die Fütterung der Nachkommen in einem eigenen Nest transportieren müssen.

    Nestbauende Hummeln

    Die Gartenhummel (Bombus hortorum) ist mit 17 – 22 mm doppelt so groß wie eine Honigbiene. Sie kommt in ganz Deutschland häufig vor und lebt an Waldrändern, auf Wiesen, in Gärten und Parkanlagen, auch auf Streuobstwiesen und in Laubwäldern. Die Gartenhummel baut ihre Nester für ca. 120 Tiere unterirdisch in vorhandenen Höhlen oder oberhalb der Erdoberfläche in Vogelnestern oder Hohlräumen, auch in Hohlräumen von Bauten wie Ställen, Scheunen und Dachböden. Die Bombus hortorum bezieht auch gern „Hummelkästen“ als Nisthilfen. Sie fliegt hauptsächlich ab Mitte Juli nach Schlupf der jungen Königinnen. Die überwinternde Königin vom Vorjahr fliegt schon ab Mitte März.

    Die Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris) ist mit 20 – 22 mm eine größere Hummel. Sie kommt in ganz Deutschland sehr häufig vor und lebt vor allem in offenen Landstrichen, auf Wiesen und Streuobstwiesen sowie in Gärten und Parkanlagen. Die Dunkle Hummel baut ihre Nester etappenweise für die Anzahl Tiere, die herangewachsen sollen. Das können 100 Tiere sein, aber auch große Volksstärken mit 600 Tieren erreichen. Wenn mehr Brut gepflegt werden kann, wird das Nest erweitert. Sie hat einen verhältnismäßig kurzen Rüssel. Wenn sie nicht an den Nektar einer Blüte herankommt, beißt sie schon mal den Blütenkelch von unten an und gelangt so an den Nektar. In vielen Gegenden wird die Dunkle Erdhummel auch zur Bestäubung genutzt. Dabei muss besonders darauf geachtet werden, dass sie mit ihrem Rüssel an den Nektar gelangen kann. Bei Trachten, wo das nicht gesichert ist, kann es vorkommen, dass die Hummeln die Blüten zerstören und so dafür sorgen, dass Ernteausfälle zustande kommen. Es werden gern unterirdische Höhlen gesucht. Dazu zählen Höhlen von Mäusen oder Maulwürfen, aber auch unterhalb von Böden und Platten. Das Nest kann auch bis zu 1,50 m tief sein. Die Bombus terrestris kann in der Nähe ihrer Nester auch aggressives Verhalten zeigen zum Schutz ihres Nestes. Auch die Dunkle Erdhummel bezieht Hummelkästen, jedoch sollten diese in Erdnähe angebracht sein. Sie fliegt hauptsächlich ab Ende Juli nach Schlupf der jungen Königinnen. Die überwinternde Königin vom Vorjahr fliegt schon ab Mitte März.

    Die Helle Erdhummel (Bombus lucorum) ist mit 18 – 21 mm doppelt so groß wie eine Honigbiene. Sie kommt in ganz Deutschland häufig vor und lebt vor allem in offenen Landstrichen, auf Wiesen, Weiden, Brachland, Böschungen, auf Streuobstwiesen sowie in Gärten und Parkanlagen. Die Hello Erdhummel baut ihre Nester für ca. 100 bis zu 400 Tiere hauptsächlich unterirdisch in vorhandenen Höhlen und unterirdischen Nestern. Sie fliegt hauptsächlich ab Mitte Juli nach Schlupf der jungen Königinnen. Die überwinternde Königin vom Vorjahr fliegt schon ab Mitte März.

    Die Steinhummel (Bombus lapidarius) ist mit 20 – 22 mm doppelt so groß wie eine Honigbiene und hat einen großen, pechschwarzen Körper und ein leuchtend rotes Ende ihres Hinterleibes. Sie kommt in ganz Deutschland häufig vor und lebt eher in offenen Gegenden, aber auch an Waldrändern, Parkanlagen und Gärten und auf Streuobstwiesen. Die Steinhummel baut ihre Nester für bis zu 300 Tiere hauptsächlich oberirdisch in vorhandenen Hohlräumen von Steinhaufen, Felsspalten, Gebäuden, Mauern, in Vogelnistkästen, aber auch unterirdisch in verlassenen Tierhöhlen z.B. von Mäusen. Sie hat eine Vorliebe für Klee und ist deshalb auch häufig auf Weiden zu finden, die nicht zu hoch gewachsen sind. Bombus lapidarius bezieht auch gern Nisthilfen und fliegt hauptsächlich ab Ende Juli nach Schlupf der jungen Königinnen. Die überwinternde Königin vom Vorjahr fliegt schon ab Ende März.

    Die Ackerhummel (Bombus pascuorum) ist mit ca. 15 mm nur etwas größer als die Honigbiene und eine der kleinsten Hummeln in Deutschland. Sie ist bräunlich behaart. Sie kommt in ganz Deutschland sehr häufig vor und ist eine der am Häufigsten zu sehenden Hummeln. Die Ackerhummel lebt sowohl in offenen Gegenden wie Wiesen und Äcker, aber auch im Wald und am Waldrand sowie regelmäßig auch in Parkanlagen, in Gärten und auf Streuobstwiesen. Bombus pascuorum baut ihre Nester normalerweise für kleine Völker mit 30 – 40 Individuen. Es können aber auch bis zu 100 Hummeln in einem Nest beobachtet werden. Sie nistet oberirdisch unter Moos, auf Dachböden oder in anderen vorhandenen Hohlräumen oder auch unterirdisch in verlassenen Tierhöhlen z.B. von Mäusen. Die Ackerhummel fliegt ab Juli nach Schlupf der jungen Königinnen bis in den Herbst hinein (Oktober) und ist häufig zu sehen. Die überwinternde Königin vom Vorjahr fliegt schon ab März.

    Die Wiesenhummel (Bombus pratorum) ist mit 11 – 13 mm etwa so groß wie eine Honigbiene, ist eine sehr verbreitete Art und kommt in ganz Deutschland sehr häufig vor. Die Wiesenhummel lebt überwiegend in offenen Gegenden wie Wiesen und Äcker, aber auch in lichten Wäldern und in Parkanlagen, in Gärten und auf Streuobstwiesen. Bombus pratorum baut ihre Nester nur oberirdisch in normalerweise für kleine Völker mit 30 – 40 Individuen. Es können aber auch bis zu 100 Hummeln in einem Nest beobachtet werden. Sie nistet oberirdisch in dichtem Gestrüpp, in Hecken, in Bauwerken oder Nestern von Vögeln. Die Wiesenhummel fliegt ab Anfang Juni nach Schlupf der jungen Königinnen und sucht sich schon im Spätsommer einen Platz für die Überwinterung. Die überwinternde Königin vom Vorjahr fliegt schon ab Mitte März.

    Die Baumhummel (Bombus hypnorum) ist mit 17 – 20 mm deutlich größer als eine Honigbiene. Sie ist eine sehr verbreitete Art und kommt in ganz Deutschland sehr häufig vor. Die Baumhummel ist dreifarbig gezeichnet, vorn braun, der Hinterleib schwarz mit einem weißen Ende. Die Baumummel lebt oberirdisch, meist in lichten Wäldern, Waldrändern, Parkanlagen und in Gärten und auf Wiesen. Bombus hypnorum baut ihre Nester für 80 – 400 Individuen vorzugsweise in alten Vogelnestern, in Mauer- oder Felsspalten, im Gebäuden wie Dachstühle, Scheunen und Ställe und sie bezieht sehr gern Nisthilfen oder Vogel-Nistkästen, die sie sehr intensiv verteidigt. Die Baumhummel fliegt ab Ende Juli nach Schlupf der jungen Königinnen und sucht sich schon im Spätsommer einen Platz für die Überwinterung. Die überwinternde Königin vom Vorjahr fliegt schon ab Ende März.

    Die Veränderliche Hummel (Bombus humilis) ist mit 12 - 14 mm größer als eine Honigbiene und hat eine sehr variable Färbung. Diese Art ist zwar weit verbreitet, kommt aber nicht mehr so häufig vor, weil die Überwinterungsmöglichkeiten in einer gepflegten Landschaft rar geworden sind. Die Veränderliche Hummel bevorzugt naturnahe Wiesen, Böschungen und Brachen, aber auch Waldränder sowie Parkanlagen und Gärten, jedoch eher nicht in Siedlungsbereichen. Bombus humilis baut ihre Nester für ca. 120 Individuen vorzugsweise meist in Moospolstern, Grasbüscheln oder anderen Höhlungen an der Oberfläche von wilden Wiesen und Weiden. Die Veränderliche Hummel fliegt ab August nach Schlupf der jungen Königinnen und sucht sich ab September einen Platz für die Überwinterung. Die überwinternde Königin vom Vorjahr fliegt erst ab Mitte April und ist somit recht spät im Vergleich zu den anderen Hummelarten.

    Schmarotzende Hummeln (Kuckuckshummeln)

    Die Gefleckte Kuckuckshummel (Bombus vestalis) ist mit 22 - 25 mmdoppelt so groß wie die Honigbiene und parasitiert die Dunkle Erdhummeln (Bombus terrestris). Sie ist weit verbreitet und kommt mäßig häufig vor. Sie hat ein ähnliches Aussehen wie die Erdhummel, ihr Wirt. Die Gefleckte Kuckuckshummel dringt in ein Erdhummel-Nest zu einem Zeitpunkt ein, wenn einerseits das Nest schon eine Mindestgröße erreicht hat und die Königin es nicht mehr aufgeben will und andererseits noch nicht zu viele Hummeln im Nest leben, die den Eindringlich bemerken und töten können. Die Larven der Kuckuckshummeln töten die Wirtslarven nicht, sondern sie werden ebenso wie die Wirtslarven von den Arbeiterinnen der Wirte mit aufgezogen. Die Wirtskönigin wird von der Kuckuckshummel nicht angegriffen, es kommt aber vor, dass die schlüpfenden Kuckuckshummeln die Wirts-Königinnen aus dem Nest drängen. Bombus vestalis lebt dort, wo auch die Erdhummeln leben und fliegen erst ab April, weil sie kein Nest bauen brauchen. Im September suchen sich die Kuckucksbienen einen Überwinterungsplatz.

    Die Wald-Kuckuckshummel (Bombus sylvestris) ist mit 14 - 16 mm etwas größer als eine Honigbiene und parasitiert die Wiesenhummeln (Bombus pratorum). Sie ist weit verbreitet und kommt häufig vor. Sie hat ein ähnliches Aussehen wie die Wiesenhummel, ihr Wirt. Ab Anfang Juni, wenn die ersten Arbeiterinnen in den Nestern der Wiesenhummeln schlüpfen, dringt die Wald-Kuckuckshummel in ein Wiesenhummelnest ein und wartet, bis sie den Geruch angenommen hat. Dann gekämpft sie die Wirtskönigin und wird diesen Kampf in der Regel gewinnen, weil sie stärker gepanzert ist. Nachdem sie die Wirtskönigin getötet hat, frisst sie die Larven des Wirtes aus und legt eigene Eier in die nun leeren Zellen. Es entstehen nur Geschlechtstiere, also Königinnen und Drohnen. Die Arbeiterinnen von der Wiesenhummel übernehmen die Aufzucht der Kuckuckslarven und versorgen sie mit Nektar und Pollen. Nach dem Schlupf werden die jungen Wald-Kuckuckshummel-Königinnen von den Drohnen begattet. Diese sterben ab und die begatteten Königinnen fliegen aus und suchen sich ein Winterunterschlupf, in der Regel ein geschütztes Versteck im Erdreich. Allerdings gelingt nicht jedes Eindringen und besetzen eines Wirtsnestes. Die Arbeiterinnen der Wiesenhummel sind sehr wachsam und können ein Eindringen auch abwehren, was in der Regel mit dem Tod der Kuckuckshummel endet. Bombus vestalis lebt dort, wo auch die Wiesenhummeln leben und fliegen erst ab Mitte April, weil sie kein Nest bauen brauchen. Im September suchen sich die Kuckucksbienen einen Überwinterungsplatz.

    Die Rotschwarze Kuckuckshummel (Bombus rupestris) ist mit 18 - 22 mm fast doppelt so groß wie eine Honigbiene und parasitiert die Steinhummel (Bombus lapidarius), aber auch die Bunte Hummel (Bombus sylvarum) und die Ackerhummel (Bombus pascuorum). Sie ist weit verbreitet, kommt häufig vor und lebt auf stark genutzten Wiesen, Weiden Rasenflächen und in naturnahen Gärten. Bombus rupestris hat eine schwarze Färbung mit rötliche behaartem Ende des Hinterleibes. Auch sie dringt in ein Wirtsnest ein, wenn dort schon die ersten Arbeitshummeln schlüpfen, tötet die Wirts-Königin, legt ihre eigenen Eier in die leeren Zellen und lässt die Larven von den Wirts-Arbeiterinnen aufziehen. Es entstehen nur Geschlechtstiere, also Königinnen und Drohnen. Die Arbeiterinnen von der Steinhummel übernehmen die Aufzucht der Kuckuckslarven und versorgen sie mit Nektar und Pollen. Nach dem Schlupf werden die jungen Kuckuckshummel-Königinnen von den Drohnen begattet. Diese sterben ab und die begatteten Königinnen fliegen aus und suchen sich ein Winterunterschlupf, in der Regel ein geschütztes Versteck im Erdreich. Allerdings gelingt nicht jedes Eindringen und besetzen eines Wirtsnestes. Die Arbeiterinnen der Steinhummel sind sehr wachsam und können ein Eindringen auch abwehren, was in der Regel mit dem Tod der Kuckuckshummel endet. Die Rotschwarze Kuckuckshummeln fliegen erst ab Mitte Mai, weil sie kein Nest bauen brauchen. Im August suchen sich die Kuckucksbienen einen Überwinterungsplatz