Pelzbienen (Anthophora)

  • Allgemein
  • Frühlings-Pelzbiene (Anthophora plumipes)
  • Wald-Pelzbiene (Anthophora furcata)
  • Vierfleck-Pelzbiene (Anthophora quadrimaculata)
  • Pelzbienen sind weltweit mit vielen Arten vertreten und kommen in Deutschland mit ca. 13 Arten vor, von denen 3 Arten auch landwirtschaftliche Trachten bestäuben.

    Pelzbienen haben ihren Namen von ihrem stark bepelzten Körper und Beinen. Sie sehen Hummeln sehr ähnlich, zumal einige Arten auch deutlich größer als Honigbienen werden sind. Sie haben sehr variable Farbzeichnungen auf ihrem Körper, hervorgerufen durch bunte Haare. Pelzbirnen haben einen sehr langen Rüssel und können dadurch deutlich besser als Honigbienen Nektar in Klee, Luzerne und Erbse sammeln. Sie leben an trockenen Stellen, Brachen, trockenen Wiesen, Lehm- und Kiesgruben und im Siedlungsbereich, wo sie sich Nester in alten Mauern, in Scheunen und Ställen graben. Dort hinein wird das Futter in Form eines Pollen- Nektargemisches gelegt und anschließend das Ei darauf platziert. Das Ei schlüpft und die Larve frisst sich kugelrund, bevor sie Anfang Juni schlüpft. Allerdings verlässt sie das Nest nicht, sondern überwintert als fertiges Insekt. Im kommenden Frühjahr fliegen die Weibchen sehr zeitig auf ihre bevorzugten Trachtpflanzen, wo auch schon die Männchen für die Begattung warten. Nach erfolgter Begattung wird ein neues Nest gebaut und der Kreislauf beginnt von vorn.

    Hinweise für eine Ansiedelung:

    • Einrichtung von ertragsstarken Blühstreifen, bei denen die Pflanzen so dicht stehen, dass der Boden nicht zu sehen ist und somit unattraktiv für Bodennister wird.
    • Anbau von Hecken für die dauerhafte Ansiedlung von Wildbienen. Diese Hecken sollte jedes Jahr einen Krautsaum haben. Die Wildbienen werden sich in den Hecken vermehren, brauchen dazu aber auch Zeit. Diese Maßnahme hilft sowohl im Pflanzenbau als auch im Obstbau.
    • Abgestorbene Gehölze am Rand der Obstplantage belassen. Das geht in der Regel nur dadurch, dass vorhandene Gehölze am Feldrand oder am Rand der Obstplantage naturbelassen bleiben und nicht beräumt und bereinigt werden. Alternativ können Holzstapel mit rasch vermorschendem Holz am Feldrand aufgestellt werden (Weiden-, Pappel- oder Kiefernholz).
    • Verzicht auf das Ausbringen von Insektiziden, ggf. nur nachts. Honigbienen werden ggf. abtransportiert, Wildbienen bleiben immer vor Ort.

    Frühlings-Pelzbiene (Anthophora plumipes)

    Die Frühlings-Pelzbiene (Anthophora plumipes) ist mit 14 - 15 mm deutlich größer als eine Honigbiene und schon leicht zu verwechseln mit einer Hummel. Allerdings ist die Pelzbiene einfarbig rötlich oder auch dunkel, jeweils mit rötllichen Beinen, hat aber nicht die gestreifte Behaarung der Hummel. Die Frühlings-Pelzbienen kommen in Deutschland weit verbreitet und sehr häufig vor. Die Anthophora plumipes siedelt an sandigen Stellen an Böschungen, an Trockenmauern, Sand- und Kiesgruben, an alten Häusern mit Kalk- oder Lehmfugen. Auch künstliche Lehmwände werden gern als Nisthilfe angenommen. Die Frühlings-Pelzbiene nistet in selbstgegrabenen Hohlräumen in der Erde. Sie richtet mehrere Brutkammern ein und kleidet diese mit einem Sekret aus. Danach sehen die Zellen aus wie gemörtelt. In diese Zellen wird dann ein Pollen- Speichelgemisch eingetragen, auf dem das Ei abgelegt wird.

    Die Anthophora plumipes fliegt von Anfang April bis Anfang Juni auf eine Vielzahl an Blumen und Kräuter und bestäubt zusätzlich die nachfolgenden Obstgehölze und Nutzpflanzen:

    Wald-Pelzbiene (Anthophora furcata)

    Die Wald-Pelzbiene (Anthophora furcata) ist mit 11 - 12 mm ungefähr so groß wie eine Honigbiene. Sie hat auch die Färbung einer Honigbiene, allerdings mit deutlich dickerem Haarpelz-Besatz am Oberkörper. Am Ende ihres Hinterleibes hat sie eine rostrote Spitze, die sie gut erkenntlich macht. Die Wald-Pelzbienen kommen in Deutschland weit verbreitet und mäßig häufig vor. Die Anzahl geht allerdings zurück, weil Gegebenheiten für Nistplätze immer mehr abnehmen: Trockenholz, Holzbruch in Wäldern, morsche Stämme oder Äste. Sie lebt in Ermangelung dieser optimalen Nistplätze in naturnahen Wäldern, auf Streuobstwiesen mit älterem Holz und in Parks mit altem Holzbestand. Sie nistet in selbst genagten Höhlungen und Gängen in morschem Holz. Die Brutzellen werden mit bie zu 7 Zellen linear hintereinander angelegt und mit einem Sekret ausgekleidet. Darin wird das Ei abgelegt. Die Anthophora furcata ernährt sich von Nektar und Pollen der Lippenblütler (Lamiaceae) und anderer Pflanzen. Sie rüttelt den Pollen aus den Staubgefäßen, indem sie mit dem Kopf gegen die Staubbeutel drückt und dann mit dem Kopf vibrierende Bewegungen macht, die den Pollen in einer kleinen Staubwolke aus den Staubbeuteln auf den Kopf fallen lässt. Dieser Pollen wir dann zusammen gekämmt und unter in die Sammelbürsten der Hinterbeine gepackt.

    Die Wald-Pelzbienen fliegen erst im Sommer, von Ende Juni bis Anfang August und bestäuben eine Vielzahl an Blumen und Kräuter, bevorzugt jedoch den Wachtelweizen (Melampyrum).

    Vierfleck-Pelzbiene (Anthophora quadrimaculata)

    Die Vierfleck-Pelzbiene (Anthophora quadrimaculata) ist mit 10 - 12 mm ungefähr so groß wie eine Honigbiene. Sie hat auch die Färbung einer Honigbiene, allerdings mit deutlich dickerem Haarpelz-Besatz am Oberkörper. Im Gesicht hat sie vier weiße Flecken, die ihr ihren Namen gegeben haben, sowie deutlich erkennbare smaragdgrüne Augen. Die Vierfleck-Pelzbienen kommen in Deutschland weit verbreitet und mäßig häufig vor. Die Anzahl geht allerdings zurück, weil Gegebenheiten für Nistplätze immer mehr abnehmen: Brachen, Trockenmauern, Steinbrüche, Sand- und Lehmgruben sowie Steilwände oder lehmverfugte Mauern.

    Auch künstliche Lehmwände werden gern als Nisthilfe angenommen. Die Anthophora quadrimaculata nistet in selbstgegrabenen Hohlräumen in der Erde. Sie richtet mehrere Brutkammern ein und kleidet diese mit einem Sekret aus. Danach sehen die Zellen aus wie gemörtelt. In diese Zellen wird dann ein Pollen- Speichelgemisch eingetragen, auf dem das Ei abgelegt wird.

    Die Vierfleck-Pelzbienen fliegen erst im Sommer, von Mitte Juni bis Anfang September und bestäuben eine Vielzahl an Blumen und Kräuter, fliegt jedoch auch in den Weiß-Klee (Trifolium repens) als landwirtschaftliche Nutzpflanze.