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Heidelbeere (Blaubeere) (Vaccinium myrtillus L)

  • Bestäubung
  • Forschung
  • Beschreibung
  • Quellen
  • Bestäubung (1) (2) (3)

    Fremdbestäubung ist eine Voraussetzung für eine gute Heidelbeerernte.
    Der Ertrag kann durch den Einsatz von Honigbienen auf den 3- bis 5-fachen Wert gesteigert werden.

    Aus Erfahrung und auf Basis der Literaturempfehlungen wird geraten, ca. 6 - 7 Völker pro Hektar aufzustellen. Der Literaturdurchschnitt liegt bei 6,7 Völkern pro ha.

    Vergleich der Heidelbeere mit anderen Kulturpflanzen, bezogen auf den empfohlenen Einsatz von Bienenvölkern pro ha:

    Vorteile für Obstbauern

    Vorteile für den Imker

    Nachfolgend werden die Honig- und Pollenqualität der Aprikose im Vergleich zu anderen Kulturpflanzen auf einer Skala von 0-4 dargestellt:

    Forschungse​rgebnisse (4) (5) (1) (2) (6)

    Nektar wird an der Basis der Blütenkrone produziert. Sowohl Nektar als auch Pollen sind für Bienen attraktiv.

    Abhängig von der Sorte sind Heidelbeeren sowohl selbstfertil als auch –steril. Alle Variationen profitieren von einer hohen Anzahl an befruchteten Samen pro Beere, was neben dem Fruchtansatz auch die Fruchtgröße verbessert und zusätzlich den Reifungsprozess beschleunigt. Demnach ist die Bienenaktivität zum Transportieren von Pollen zu den Narben wichtig, selbst bei den selbstfertilen Sorten. Heidelbeeren haben eine vergleichbar hohe Selbststerilität und manchmal auch eine Fremdsterilität, was bedeutet, dass diese keinen Pollen produzieren. Hohe Selbststerilität bedeutet geringe Fruchtbarkeit bei Bestäubung durch den eigenen Pollen. Die Heidelbeere ist deshalb sehr auf Fremdbestäubung durch Insekten zwischen den Pflanzen angewiesen für eine maximale Fruchtbildung.

    Durch Selbstbestäubung wurde die Ausbildung kleinerer und später gereifter Beeren beobachtet und manche Pflanzen bilden gar keine Beeren aus (vollkommen steril gegenüber dem eigenen Pollen).

    Bei ausreichender Fremdbestäubung produzierten die Pflanzen mehr und größere Früchte, zudem erfolgte eine frühere Ausbildung.

    Bei Feldern mit durchschnittlich 1,7 Bienenvölkern pro Hektar kann eine Ertragssteigerung von bis zu 54% erzielt werden gegenüber Feldern ohne Bienenvölker. In Japan kam es bei einigen Sorten durch Bienenbestäubung zu gesteigertem Fruchtansatz (durchschnittlich 31%) und größeren Früchten (durchschnittlich 69%) gegenüber einer Selbstbestäubung.

    Dadurch, dass der Bestäubungserfolg besonders nach den ersten 3 Tagen nach Öffnung der Blüte besonders hoch ist, empfiehlt es sich, die Bienenvölker zwischen den jeweiligen Flächen alle paar Tage zu rotieren. Es wird empfohlen, dass Bienen für 4 bis 5 Tage, während des Höhepunkts der Blüte, auf dem Feld belassen und anschließend auf ein später blühendes Feld verbracht werden sollten, um eine höhere Effizienz zu erzielen.

    Käfigversuche haben gezeigt, dass die Hummel für die Heidelbeere der wesentlich effektivere Bestäuber ist. Während Bienen den Fruchtansatz um 21-28% steigerten, kamen Hummeln bei diesem Versuch auf einen Wert von 74%. In Massachusetts wurden mehr Hummeln (46%) als Honigbienen (38%) auf Heidelbeerblüten beobachtet. Allerdings schneiden die Hummeln oftmals ein Loch in die Basis der Blütenkrone, um so an den Nektar zu gelangen, ohne dass eine Bestäubung erfolgt. Honigbienen verwenden dann diese vorgeschnittenen Löcher, so dass auch ihre Bestäubungsleistung reduziert ist.

    Unter Berücksichtigung der Verfügbarkeit und der Mengen sind die Honigbienen wesentlich intensiver an der Heidelbeerbestäubung beteiligt, als die Hummeln oder Mauerbienen.

    In Zeltversuchen des Bieneninstitutes Celle wurde festgestellt, dass Honigbienen durchaus gute Bestäuber dieser Blüten sind. Unter den Zeltbedingungen fielen die Erträge von Honigbienen-bestäubten Pflanzen meist sogar besser aus als von solchen, welche durch Hummeln (Bombus terrestris) oder Mauerbienen (Osmia bicornis = Osmia rufa bzw. Osmia cornuta) bestäubt wurden.

    Dieser Effekt hängt aber auch von der Heidelbeersorte ab. Bei der Sorte „Bluecrop“ beispielsweise hat sich in ihren Versuchen der Einsatz von Honigbienen durchaus bewährt. Die Erträge lagen um fast 65% höher als in der Hummelvariante und waren 5-mal höher als in der Variante ohne Bestäuber (Kontrollvariante). Bei der Sorte „Heerma“ lagen die Erträge in der Honigbienen-Variante dreifach über denen der Variante ohne Bestäuber, aber auch die Mauerbienenart Osmia cornuta schnitt nicht schlecht ab. Diese Bienen „erflogen“ einen immerhin noch doppelt so großen Ertrag wie er in der Variante ohne Bestäuber erzielt wurde.

    Aus Erfahrung und auf Basis der Literaturempfehlungen wird geraten, ca. 6 - 7 Völker pro Hektar aufzustellen.
    Crane & Walter empfiehlt 7,5 – 10
    Scott Dupree empfiehlt 2,5
    Marc Goodwin empfiehlt 8 oder mehr
    Der Literaturdurchschnitt liegt bei 6,7 Völkern pro ha

    Fremdbestäubung ist eine Voraussetzung für eine gute Heidelbeerproduktion. 3- bis 5-facher Ertrag bei Einsatz von Honigbienen für die Bestäubung. Durch Fremdbestäubung wird der Fruchtansatz gesteigert (verdoppelt) und die Beerengröße um 70% erhöht. Zusätzlich verringert sich die Reifezeit um ca. 5 Tage und die Samenanzahl verdoppelt sich.

    Beschreibung (7) (8) (6)

    Die Heidelbeere, mehr unter dem Begriff Blaubeere bekannt, ist ein etwa 50 cm hoher, stark verzweigter Strauch mit weitkriechenden Zweigen und dunkelgrünen Laubblättern. Die Heidelbeere ist auf etwas feuchten, sauren Böden in nicht zu schattigen Wäldern, sowie in den Kiefernwäldern und Heiden in Süd- und Norddeutschlands verbreitet.

    Der Blütenstand der Heidelbeere ist eine Traube, die Heidelbeerblüten sind zwittrig. Die rosa-weißen Kronblätter der Blüte formen eine 0,6 bis 1,3 cm lange Korolla, die hängend nach unten gerichtet ist. Nach erfolgter Bestäubung ist diese nach oben gerichtet. Es befinden sich zwischen acht und zehn Staubblätter an der Basis der Blütenkrone, die den langen Griffel umschließen, der selbst über die Staubbeutel hinweg bis zur Öffnung der Blütenkrone reicht. Der Griffel kann nur an der Narbe Pollen aufnehmen. Am Ende jedes Staubbeutels ist eine Pore, über die Pollen abgegeben wird, während die Narbe aufnahmebereit ist. Die Blüte ist nur 5 bis 8 Tage bestäubungsfähig. Die höchste Fruchtbarkeit hat sie jedoch innerhalb der ersten drei Tage nach Öffnung der Blüte.

    Sobald die Samenanlage erfolgreich befruchtet ist, entsteht 2 bis 3 Monate später eine Beere, die bis zu 65 kleine Samen enthält. Mit der Anzahl an Samen steigt auch die Größe der Beere.

    Die Morphologie der Blüte erschwert den Bienen, auch Honigbienen, das Bestäuben. Speziell die lange, enge Blütenkrone und die große Distanz zwischen Staubbeutel und Narbe erschweren eine Bestäubung. Jedoch wird bei kleinstem Druck schon Pollen abgegeben, was es letztlich auch Bienen ermöglicht, Pollen zu transportieren, wenn sie die Blüte zum Zeitpunkt des Öffnens anfliegen. Somit sind Bienen sehr wohl in der Lage, Heidelbeeren zu bestäuben, solange sie die Pflanze in ausreichender Zahl und Regelmäßigkeit besuchen.

    Erhöhte Anzahl von Bienenanflügen verkürzte die Zeit der Fruchtentwicklung von 58 Tagen (0 bis 1 Bienenanflug/Blüte) auf 53 Tage (unlimitierte Bienenanflüge/Blüte) bei der „Southern highbush blueberry cv Gulfcoast“ (ein Hybride: 75% Vacc. corymbosum, 25% Vacc. darrowi). Das Gewicht der Beeren stieg um 28%, von 1,38g/Beere (0 bis 1 Bienenanflug/Blüte) auf 1,77g/Beere (unlimitierte Bienenanflüge/Blüte).

    Quellen

    1. Woodcock, T. S.: Pollination in the Agricultural Landscape; Best Management Practices for Crop Pollination, 2012, http://www.pollinator.ca/bestpractices/images/Pollination%20in%20Agricultural%20Landscape_Woodcock_Final.pdf (03.04.2017).
    2. Delaplane, K. S./ Mayer, D. F.: Crop Pollination by Bees, 2000.
    3. Radtke, J.: Bienen als natürlichen Ertragsfaktor nutzen, LIB, 2013.
    4. Klein, A.: Abhängigkeit von Bestäubung, Proceedings of the Royal Society London, 2007.
    5. Klein, A.: Kategorisierung der Bestäubung + Quellen, Proceedings of the Royal Society LondonB_2007-supplements2, 2007.
    6. S. Mandl, Sukopp: Bestäubungshandbuch, 2011.
    7. Pritsch, G.: Bienenweide, 2007.
    8. Bundessortenamt: Bundessortenliste, https://www.bundessortenamt.de/internet30/index.php?id=47 (03.04.2017).