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Phacelia (Phacelia tanacetifolia)

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  • Bestäubung

    Phacelia, auch genannt „Büschelschön“, wird hauptsächlich zur Gründüngung angebaut, ist aber auch eine hervorragende Bienenweidepflanze.
    Wenn mehrere landwirtschaftliche Trachten in einem Gebiet angebaut werden, welche durch Insekten bestäubt werden müssen, sollte Phacelia nicht dabei sein, weil Phacelia durch seine Nektar- und Pollenattraktivität alle Insekten anzieht.

    An einem Phaceliaschlag können aus Erfahrung zwischen 5 bis 8 Völker pro Hektar aufgestellt werden.

    Vergleich der Phacelia mit anderen Kulturpflanzen, bezogen auf den empfohlenen Einsatz von Bienenvölkern pro ha:

    Vorteile für den Landwirt

    Vorteile für den Imker

    Nachfolgend werden die Honig- und Pollenqualität der Phacelia im Vergleich zu anderen Kulturpflanzen auf einer Skala von 0-4 dargestellt:

    Phacelia ist sehr attraktiv für Honigbienen, Hummeln und andere Insekten.

    Sie unterdrückt Wildkräuter, wirkt als Nitratfänger und ist somit geeignet zur Bodenaufbesserung für Trachten, die nitratreiche Böden brauchen. Phacelia wird oft als Nachfrucht für Bohnen und Erbsen angebaut.

    Blütezeit: Anfang Juni bis Ende September

    Forschungse​rgebnisse

    Im Frühling und im Sommer gesäte Phacelia blüht ca. 7 - 8 Wochen nach der Keimung. Die Blühdauer beträgt ca. 6 8 Wochen. Phacelia ist eine Pflanze, die eine lange tägliche Blühzeit hat (13 Stunden). Sie benötigt dafür allerdings Tageslicht, um die Blüte zu initiieren.

    Die Blütenstände sind endständig, als dichte ährenartige Trauben ausgebildet. Sie sind alle zu einer Seite gewendet in einer Art Wickel. Die Blüten sind kurz gestielt. Staubblätter und Griffel ragen weit aus der Krone heraus. Die 5 Staubblätter tragen auffällige dunkelblaue Staubbeutel. Der Fruchtknoten ist oberständig. Die Phacelia ist dicht behaart.

    Die Kapselfrucht ist bis 4 mm lang und am Ende behaart. Die Verbreitung erfolgt über Samen oder Stecklinge. Die zwittrigen, radiärsymmetrischen Blüten sind fünfzählig. Die fünf blau-violetten, hellblauen bis weißen Kronblätter stehen glockig bis radförmig zusammen. Es ist nur ein Kreis mit fünf freien, fertilen Staubblättern vorhanden. Meist sind die Staubbeutel behaart. Zwei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen. Es ist nur ein Griffel vorhanden.

    Die Bestäubung erfolgt durch Insekten. Es werden zweifächerige, behaarte Kapselfrüchte gebildet.

    Beschreibung (1)

    Die Phacelia ist sicher eine der schönsten Anbaupflanzen in Deutschland. Sie besitzt hellblaue bis tief blauviolette Blüten. Auffällig an den Blüten ist, dass Stempel und Staubblätter weit über die Kronblätter hinausragen.

    Bei uns ist sie als einzige Art der Familie der Wasserblattgewächse vertreten.

    Phacelien sind typische Pflanzen für den Zwischenfruchtanbau in unserer Landwirtschaft. Da sie keine enge Verwandtschaft zu weiteren heimischen Anbaupflanzen hat und daher kaum Schädlinge oder Krankheiten auf andere Kulturpflanzen überträgt, wird sie gern eingesetzt. Weiterhin wird die Phacelia auch als Bienenfutterpflanze kultiviert.

    Sie ist besonders gut als Bienenweide geeignet, da sie sowohl Pollen als auch Nektar reichlich anbietet. Hinzu kommt, dass sie über einen langen Zeitraum blüht. Die Pflanze kann dadurch eine Trachtlücke, wie sie typischerweise im Sommer auftritt, für die Bienen überbrücken.

    Ihre ursprüngliche Heimat ist der Südwesten der USA und die Baja California in Mexiko. Von dort wurde sie als Wildpflanze vor über 100 Jahren nach Europa eingeschleppt. Entsprechend ihres Ursprungs gedeiht Phacelia auf mageren Böden und übersteht Trockenperioden ohne Probleme.

    Als Trachtpflanze wurde sie erst interessant, als man ihren Nutzen für die Landwirtschaft als Futterpflanze und Zwischenfrucht erkannte. In den letzten Jahren hat ihr Anbau als Grünbrache beträchtlich zugenommen, denn als Futterpflanze ist sie weniger geeignet, weil die Grünsubstanz nur ungern von Tieren aufgenommen wird. Seit fast 100 Jahren wird die Phazelie bei uns angebaut, aber erst in den letzten Jahren hat sie eine größere Verbreitung gefunden. Ursprünglich wurde sie nur zur Unterstützung der Bienenzucht angebaut.

    Quellen

    1. Pritsch, G.: Bienenweide, 2007.