Karte Informationsseiten Belegstellen
Impressum

Sonnenblume (Helianthus annuus)

  • Bestäubung
  • Forschung
  • Pollenanalyse
  • Beschreibung
  • Quellen
  • Bestäubung (1) (2) (3)

    Sonnenblumen können sich selbst bestäuben, es entstehen dann aber nur aus ca. 20% der Blüten fortpflanzungsfähige Samen. Mit Bienen als Bestäuber entstehen aus ca. 90% der Blüten die gewünschten Samenkörner. Dies führt zu einer deutlich erhöhten Keimfähigkeit der Samen und somit zu einem deutlich höheren Ölgehalt pro Blüte.
    Durch Fremdbestäubung der Sonnenblume können Landwirte somit den Ertrag ihrer Ernte um bis zu 180% (dies bedeutete bis zur dreifache Samenmenge) steigern.

    Aus Erfahrung wird empfohlen ca. 4 bis 5 Bienenvölker pro Hektar an Sonnenblumen aufzustellen.

    Vergleich der Sonnenblume mit anderen Kulturpflanzen, bezogen auf den empfohlenen Einsatz von Bienenvölkern pro ha:

    Vorteile für den Landwirt

    Vorteile für den Imker

    Nachfolgend werden die Honig- und Pollenqualität der Sonnenblume im Vergleich zu anderen Kulturpflanzen auf einer Skala von 0-4 dargestellt:

    Eine Sonnenblumen-Scheibe kann bis zu 4.000 Blüten haben. Wenn eine zweite Scheibe an der Pflanze ist, hat diese in der Regel nicht mehr als 1.500 Blüten.

    Bienen fliegen sehr intensiv bis zu 250 m weit in das Feld hinein. Bei jeder größeren Entfernung nimmt der Bestäubungserfolg ab.

    Hummeln sind auch sehr effektive Bestäuber, aber wenn diese nicht durch einen Hummelimker bereit gestellt werden, fliegen Hummeln nur vom Rand bis ca. 250m in das Feld. Deshalb sollte sich der Landwirt nicht auf natürliche Bestäuber verlassen, sondern Imker mit dem Bestäubungsservice beauftragen.

    Da Sonnenblumen eine lange Blühzeit haben (Juli bis September), sollten die Landwirte daran denken, dass die Imker in dieser Zeit auch andere interessante Trachten mit sehr wertvollem Honig zur Auswahl haben (Linde, Phacelia, Heide und Wald). Dadurch kann es vorkommen, dass Imker nicht mit allen Völkern anwandern wollen. Wenn der Bedarf allerdings sehr hoch ist, muss der Imker über eine entsprechende Bestäubungsprämie gelockt werden.

    Es gibt selbstbestäubende Hybriden. Auch für diese hat man herausgefunden, dass durch Bienenbestäubung die Anzahl an Samen um ca. 30% zunehmen kann und der Ölgehalt um ca. 6% steigt. Also lohnt sich selbst bei diesen selbstbestäubenden Sorten eine Anwanderung mit Honigbienen oder Hummeln.

    Forschungse​rgebnisse (4) (5) (1) (2)

    Männlich-sterile Hybrid-Sonnenblumensorten benötigen immer Insektenbestäubung, um weibliche Blüten zu befruchten. Hierbei soll der Bienenbesatz sehr hoch gewählt werden, um sicher zu stellen, dass ausreichend pollenbepuderte Bienen von den normalen (non-hybrid) zu den männlich sterilen Pflanzen wechseln.

    Forschungen haben gezeigt, dass bei einem Besatz von 2,5 Bienenvölkern pro ha der Samenertrag verdoppelt wurde gegenüber einem Feld, welches außer Reichweite von den Bienenvölkern entfernt stand.

    Sonnenblumenköpfe wogen ohne Bienenbesatz durchschnittlich 315g, mit Bienenbesatz 995g.

    Sonnenblumen der Sorte „Advance“ wurden gekäfigt und hatten ohne Bienen 349 kg pro ha Samenertrag und mit Bienen 675 kg pro ha. Ohne Käfig mit Bienenbesatz (und zusätzlichen Hummeln und Wildbienen) 1044 kg pro ha. In diesen Käfigen wurde auch der Ölgehalt gemessen. Mit Honigbienen lag der Ertrag um 25% höher. Bei der Sorte „CMS 234A“ wurde der Samenertrag pro Kopf gemessen. Im Käfig ohne Bienen wurden 5,2g geerntet, mit Bienen 25,4g.

    Honigbienen präferieren einige Sorten. Die Sorten „Commander“ und „Fleury“ haben die höchste Zuckerkonzentration in ihrem Nektar und bekommen die häufigsten Bienenbesuche. Aber auch die Sorten „Arrowhead“, „Mingren“ und „Peredovik“ haben eine hohe Bienenbesuchsrate.

    Honigbienen und Hummeln sind bekannt als die effektivsten Bestäuber für Sonnenblumen, wobei Hummeln eine größere Ertragssteigerung bewirken können als Honigbienen bei vergleichbarer Beflugdichte.

    Aber neben den Honigbienen sind auch einige Sorten Wildbienen (Solitär Bienen) sehr auf Sonnenblumen spezialisiert. Allerdings sind Wildbienen fleißige Pollensammler und befliegen deshalb vorrangig die Blüten, in denen gerade die Staubbeutel reif sind und besuchen anschließend weniger Blüten mit exponierten weiblichen Stempeln.

    Pollenanalyse

    Eine Beschreibung zur Pollenanalyse gibt es hier.
    Die Übersichtskarte mit allen Pollen befindet sich hier.

    Beschreibung (6)

    Die Sonnenblume ist ein Asterngewächs und kommt ursprünglich aus Nord- und Mittelamerika, wo sie schon vor ca. 2.500 Jahren v. Christus angebaut wurde.

    Die Pflanze ist einjährig, hat einen langen festen Stiel und meistens nur eine Blütenscheibe mit 2.500 bis zu 4.00 Einzelblüten.

    Die Pflanze kann bis zu 2m hoch werden. Die Besonderheit der Sonnenblume ist ihre enorme Leistungsfähigkeit im Bereich der Photosynthese. Die Sonnenblume ist eine sogenannte Kompasspflanze. Das heißt, dass sich der Blütenkorb immer zum Sonnenlicht ausrichten will (heliotroph). An sonnigen Tagen verfolgt die Knospe die Sonne von Ost nach West. Nachts drehen sie sich wieder zurück nach Osten. Wenn die Sonnenblumen aufgeblüht sind, zeigen die Körbe allerdings nur noch nach Osten, weil der Stamm dann verhärtet.

    Sehr wertvoll für den Menschen sind das Sonnenblumenöl und in geringeren Mengen auch die Sonnenblumenkerne. Sonnenblumen werden auch als Futter für die Tierhaltung genutzt. Die Pflanzen sind auch als Zierpflanzen in vielen Gärten zu finden.

    Quellen

    1. Woodcock, T. S.: Pollination in the Agricultural Landscape; Best Management Practices for Crop Pollination, 2012, http://www.pollinator.ca/bestpractices/images/Pollination%20in%20Agricultural%20Landscape_Woodcock_Final.pdf (03.04.2017).
    2. Delaplane, K. S./ Mayer, D. F.: Crop Pollination by Bees, 2000.
    3. Radtke, J.: Bienen als natürlichen Ertragsfaktor nutzen, LIB, 2013.
    4. Klein, A.: Abhängigkeit von Bestäubung, Proceedings of the Royal Society London, 2007.
    5. Klein, A.: Kategorisierung der Bestäubung + Quellen, Proceedings of the Royal Society LondonB_2007-supplements2, 2007.
    6. Pritsch, G.: Bienenweide, 2007.