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Pfirsich und Nektarine (Prunus persica L.)

  • Bestäubung
  • Forschung
  • Beschreibung
  • Quellen
  • Bestäubung (1) (2) (3)

    Durch Fremdbestäubung kann der Fruchtansatz verdoppelt werden.
    Größe und Gewicht der Früchte vergrößern sich durch Insektenbestäubung.

    Aus Erfahrung und auf Basis der Literaturempfehlungen wird geraten, ca. 1 - 3 Honigbienen-Völker pro Hektar aufzustellen.
    Der Literaturdurchschnitt liegt bei 2 Völkern pro ha

    Vergleich von Pfirsich und Nektarine mit anderen Kulturpflanzen, bezogen auf den empfohlenen Einsatz von Bienenvölkern pro ha:

    Vorteile für Obstbauern

    Vorteile für den Imker

    Nachfolgend werden die Honig- und Pollenqualität von Pfirsich und Nektarine im Vergleich zu anderen Kulturpflanzen auf einer Skala von 0-4 dargestellt:

    Forschungse​rgebnisse (4) (5) (1) (2) (6)

    Bestäubungserfordernisse des Pfirsichs und der Nektarine ähneln denen des Apfels. Bestäubung von Pfirsichen und Nektarinen ist relativ einfach, da nur eine Samenzelle pro Samenanlage befruchtet werden muss. (McGregor, 1976)

    Die meisten Variationen des Pfirsichs und der Nektarine sind selbstfertil. Die Frucht wird ausgebildet, nachdem die Blüte mit eigenem Pollen bestäubt wurde. Es gibt jedoch Sorten, die die Fähigkeit zur Selbstbestäubung nicht besitzen. Das führt dann zu einer sehr geringen Fruchtbildung, sofern sie nicht mit Pollen einer anderen Sorte bestäubt werden. Dies wird idealerweise durch Honigbienen bewerkstelligt.

    Es wurde bei 27 Sorten auf die Fähigkeit der Selbstbefruchtung getestet; dabei fand man heraus, dass 19 ausreichend, 5 nicht ausreichend und 2 gar nicht selbstbefruchtend waren.

    Wenn das Wetter klar und mild ist, besuchen Bienen die Blüten während des gesamten Tages; bei Kälte oder Nässe können ihre Anflüge ausbleiben. Bei der Suche nach Nektar kommen sie an die Nektarien und drücken dabei eine oder mehrere Staubbeutel gegen die Narbe Dabeik gelangt Pollen auf die Narbe. So profitieren auch selbstfertile Sorten von Insekten; eine große Bienenpopulation nicht allerdings nicht notwendig, um adäquate Erträge zu erzielen.

    Durch Fremdbestäubung kommt es bei vielen Sorten zu einer besseren Fruchtbildung verglichen mit selbstbestäubten Pflanzen, und bei allen Kulturen wurde eine leicht gesteigerte Fruchtbildung verzeichnet, wenn sie von Bienen beflogen wurden.

    Wind bestäubt weder Pfirsiche noch Nektarinen aktiv. Dadurch, dass alle Pfirsich- und Nektarinenplantagen eine Insektenbestäubung für eine gute Ernte brauchen, wurde die Züchtung von reinen selbstfertilen Sorten eingestellt.

    Folgende Ertragssteigerungen bei Pfirsichen und Nektarinen durch Bienenbestäubung (Völker standen in der Nähe der Bäume) im Verhältnis zu gekäfigten Blüten wurden gemessen:
    2,9 facher Anstieg der Fruchtbildung
    2,6 facher Anstieg des Gewichtes

    Andere Autoren empfehlen:
    Brenner (1963): 0,5 – 0,8 Völker pro ha
    Australischen Department of Agriculture and Food (2010): 1 – 2 Völker pro ha
    Goodman (1994): 3 Völker pro ha
    Delaplane, 2000): 0,5 – 0,7 Völker pro ha

    Durchschnitt der Werte in der Literatur: 2 Völker pro ha.

    Beschreibung (7) (8) (6)

    Die Nektarine ist eine Variation des Pfirsichs. Es kann vorkommen, dass nektarinenähnliche Früchte auf Pfirsichbäumen wachsen, und umgekehrt.

    Der Pfirsich hat fünf Kronblätter und kleinere Kelchblätter. Die etwa 15-30 Staubblätter umgeben einen einzelnen, aufgerichteten Fruchtknoten mit den Eizellen. Der Fruchtknoten enthält zwei weibliche Eizellen. Beim Pfirsich ist dieser mit einer dichten Haarschicht überzogen, bei den Nektarinen ist er normalerweise kahl.

    Es muss nur eine Eizelle im Fruchtknoten befruchtet werden, damit es zu einer Fruchtbildung kommt. Da ist vergleichsweise sehr wenig im Vergleich zu anderen Früchten, bei denen hunderte Eizellen befruchtet werden müssen, damit es zu einer erfolgreichen Bestäubung kommt (Melonen und Papayas). Das vereinfacht die Bestäubung des Pfirsichs enorm.

    Üblicherweise sind die Blüten um 6 Uhr vollständig geschlossen, die meisten sind um 10 Uhr geöffnet und spätestens zu Mittag sind dann alle Blüten offen. (Randhawa et al., 1963)

    Die Blüten öffnen sich im Laufe des Vormittags und sind aufnahmebereit, sobald sich die Blüte öffnet und verbleibt in diesem Zustand für 4-7 Tage. Die Staubbeutel verteilen während dieser Zeitspanne den Pollen. Je früher die Blüte nach ihrer Öffnung bestäubt wird, desto besser wird der Fruchtansatz. Pollen wird eher kurz nach Öffnung der Blüte in großen Mengen gesammelt, Nektar wird erst später am Tage eingetragen.

    Die Blüten der Nektarinen sind meist größer als die Blüten der Pfirsiche. Größere Blüten sind vorteilhafter für Honigbienen, da sie diese dann leichter anfliegen können. Bei kleineren Blüten neigen Bienen dazu, seitlich zwischen Kronblatt und Staubblatt an den Nektar zu gelangen und vermeiden dadurch oftmals den Kontakt mit der Narbe. Bei größeren Blüten befinden sich Kron- und Staubblätter in einer Position, die das seitliche Nektarsammeln verhindern und somit eine Bestäubung forcieren.

    Beide Blüten produzieren große Mengen Nektar mit hohem Zuckergehalt, so dass sie für Insekten sehr attraktiv sind und gern angeflogen werden. Auch sehr viel Pollen wird bereit gestellt.

    Die optimale Temperatur für die Reifung und Freisetzung des Pollens liegt bei über 25°C und die optimale Luftfeuchtigkeit soll 50% bis 70% betragen. Es werden so gut wie keine Pollenkörner durch die Luft übertragen, so dass die Pfirsiche und Nektarinen auf Insektenbestäubung.

    Quellen

    1. Woodcock, T. S.: Pollination in the Agricultural Landscape; Best Management Practices for Crop Pollination, 2012, http://www.pollinator.ca/bestpractices/images/Pollination%20in%20Agricultural%20Landscape_Woodcock_Final.pdf (03.04.2017).
    2. Delaplane, K. S./ Mayer, D. F.: Crop Pollination by Bees, 2000.
    3. Radtke, J.: Bienen als natürlichen Ertragsfaktor nutzen, LIB, 2013.
    4. Klein, A.: Abhängigkeit von Bestäubung, Proceedings of the Royal Society London, 2007.
    5. Klein, A.: Kategorisierung der Bestäubung + Quellen, Proceedings of the Royal Society LondonB_2007-supplements2, 2007.
    6. S. Mandl, Sukopp: Bestäubungshandbuch, 2011.
    7. Pritsch, G.: Bienenweide, 2007.
    8. Bundessortenamt: Bundessortenliste, https://www.bundessortenamt.de/internet30/index.php?id=47 (03.04.2017).